Sonntag , 20. September 2020
Karikatur: Gunga

Sturmtiefs im Anmarsch

Lüneburg. Pünktlich zum Nikolaustag am Freitag und passend zum Wetterspruch, „Sankt Nikolaus spült die Ufer aus“, sorgen Sturmtiefs für viel Regen, Wind und mildere Luft. Am Freitag macht das Hoch „Sarena“ Platz für die Fronten eines Sturmtiefs über dem Nordmeer. Sie bringen dem nordöstlichen Niedersachsen zeitweiligen Regen und sieben Grad milde Luft. Der Sonnabend hat einzelne Schauer im Gepäck, aber auch trockene Phasen. Am 2. Advent ist schon die nächste Wetterfront dran, sodass der Bummel über die Weihnachtsmärkte eine recht feuchte Angelegenheit werden könnte. Dabei flaut der Wind voraussichtlich ab.

Die Temperaturen erreichen am Sonnabend und Sonntag acht oder sogar neun Grad. Unter dem Strich wird der bessere Tag voraussichtlich der Sonnabend sein. Zum Montag naht ein weiteres Sturmtief. Danach dreht der Wind auf Nordwest und es wird deutlich kühler mit der Gefahr von Nachtfrost. Richtung Wochenmitte könnte es sogar Schnee und Schneeregen geben. Diese Variante steht aber noch auf wackligen Beinen.

Deutlich zu wenig Sonne

Der November, früher auch als Nebelmond bezeichnet, wurde seinem zweifelhaften Ruf diesmal in vollem Umfang gerecht. Nordostniedersachsen verzeichnete nicht nur rund zehn Nebeltage, sondern auch deutlich zu wenig Sonne. Geradezu ein Trauerspiel war die zweite Monatshälfte.

In der Region Lüneburg konnte die Sonne die trübe Suppe zwischen dem 15. und 28. November kaum durchdringen. Gepaart war die Novembermisere mit 18 bis 19 Regentagen, die die Niederschlagsbilanz im Kreisgebiet nur vereinzelt positiv gestalten konnten.

Die Temperaturen dümpelten meist im milden Bereich herum. Bemerkenswert war einzig der Monatsanfang, als die kälteste Nacht und der wärmste Novembertag unmittelbar aufeinander folgten.

Der Herbst markierte das Ende der großen Trockenheit. Zunächst setzte sich die Dürre im September aber fort. Erst in der dritten Dekade übernahmen Atlantiktiefs mit ergiebigen Niederschlägen das Kommando. Für die geschädigten Wälder kamen diese jedoch häufig zu spät. Mit rund 200 bis 260 Liter pro Quadratmeter wurde das Dreimonatssoll zwischen Heide und Elbe um satte 30 bis 50 Prozent übertroffen. Während die Sonne ihr Herbstsoll genau erfüllte, endeten September, Oktober und November in der Summe ein wenig zu warm.

Von Reinhard Zakrzewski

Der Herbst in Lüneburg

Mehr Regen als üblich

Mitteltemperatur 10 °C (Abw. +0,6°C);
Niederschlag: 249 mm (145% v. Soll);
Sonne: 310 Std. (100% v. Soll)

Der November in Lüneburg/Wendisch Evern im Vergleich zum Klimamittel (1981-2010)

Monatsmittel 5,4°C (Abw. +0,4°C)
Maximum 14,9°C (2. November)
Minimum -1,9°C (1. November)
Frosttage (Min. unter 0,0° C) 6 (normal 9)
Niederschlag 66 mm (112% v. Soll)
Sonnenschein 39 Std. (74% v. Soll)