Im Gewerbegebiet Kirchgellersen-Ost hat sich kein Gewerbe angesiedelt, ein Teil der Fläche dient als Abstellplatz für Wohnwagen. Jetzt soll hier ein Wohngebiet entstehen. Foto: uk

Wohnungen statt Wohnwagen

Kirchgellersen. Wie stark die Nachfrage nach Baugrundstücken in Kirchgellersen ist, bekamen die Mitglieder des Gemeinderates jetzt unmittelbar vor Augen geführt . In der Regel verfolgen nicht mehr als zwei bis drei Zuhörer die Sitzungen des Rates, jetzt waren es in der Aula der Grundschule ein paar mehr. Grund war, dass auf der Tagesordnung der Aufstellungsbeschluss für ein neues Baugebiet stand. „Wie komme ich an eines der Grundstücke?“, wollte prompt ein Zuhörer wissen und schloss eine zweite Frage an: „Kann man die Bauplätze nicht bevorzugt an Kirchgellerser Bürger vergeben?“

Fragen, die Bürgermeister Jürgen Hövermann (CDU) zum aktuellen Zeitpunkt nur vage beantworten konnte. Man sei noch in Verhandlungen mit einem Investor, ein städtebaulicher Vertrag werde vorbereitet. Dabei strebe die Gemeinde auch die bevorzugte Vergabe an Kirchgellerser Bürger an. Es werde eine Interessentenliste angelegt. Auch wenn alle Details vertraglich festgezurrt sind, werde es wegen der Länge des Verfahrens mit der Baureife der Grundstücke noch dauern, ergänzte Ortsplaner Frank Patt: „Vor 2021 kann nicht gebaut werden.“

Mit dem Bebauungsplan Nr. 18 „An der alten Molkerei“ geht die Gemeinde einen ungewöhnlichen Weg, um ein neues Baugebiet zu erschließen. Zeitgleich wird nämlich der B-Plan Nr. 5 Gewerbegebiet Kirchgellersen-Ost aus dem Jahr 1990 aufgehoben. Große Teile des Gebietes nördlich der Landesstraße, das in Höhe der Tankstelle beginnt und bis zur Straße „Im Wiesengrund“ reicht, liegen nämlich seit Jahrzehnten brach. Außer einem Abstellplatz für Wohnwagen hat sich kein Gewerbe angesiedelt. Stattdessen sollen nun Wohnhäuser entstehen.

Hohe Nachfrage an der Industriestraße

Weitere Gewerbeflächen werden im Gegenzug an der Industriestraße ausgewiesen, sagte Hövermann: „Dafür haben wir schon erfreulich viele Interessenten, darunter auch Firmen aus dem Ort, die sich vergrößern wollen.“ Das ebenfalls dort vorgesehene kleine Wohngebiet werde man aber nun zugunsten des Projekts an der alten Molkerei zurückstellen. „Wir wollen keine Probleme mit unserer In­frastruktur bekommen“, erklärte der Bürgermeister. „Das haben wir bisher gut hingekriegt. Wir planen daher auch die Bebauung in zwei Bauabschnitten.“

Der Rat sprach sich einstimmig bei einer Enthaltung für die Aufstellung des B-Plans aus. Einen ersten Vorschlag für die Bebauung skizzierte Frank Patt: Demnach könnten zur Landesstraße hin etwa acht Mehrfamilienhäuser mit kleineren Wohnungen entstehen, dahinter dann rund 30 Doppel- und Einzelhäuser. Auch ein Areal mit Wohneinheiten in Bungalowbauweise für ältere Menschen oder gemeinschaftliches Wohnen sei denkbar. Erschlossen werden soll das Gebiet über einen neuen Kreisverkehr von der Landesstraße aus.

Von Ute Klingberg-Strunk