Dienstag , 29. September 2020
An der Soltauer Bahn haben Kampfmittelexperten im vergangenen Jahr eine Bombe aus dem 2. Weltkrieg gefunden. Foto: A/t&w

Gibt es weitere Altlasten aus dem Krieg?

Lüneburg. Auf einer 3500 Quadratmeter großen Grünfläche zwischen der Willy-Brandt-Straße und Stresemannstraße soll ein Bolzplatz für Kinder entstehen. Anwohner hatten sich einen solchen gewünscht. Um auszuschließen, dass im Erdreich noch Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg schlummern, wurden Untersuchungen mit einer Magnetsonde in Auftrag gegeben. Das Ergebnis klingt erstmal beängstigend: über 100 Mal hat das Gerät angeschlagen.

Um den Verdachtspunkten nachzugehen, rücken Donnerstag um 9 Uhr zwei Mitarbeiter der Firma Schollenberger Kampfmittelbergung mit einem Minibagger an. Das kündigt Dennis Lauterschlag aus dem städtischen Ordnungsamt an. Er möchte vermeiden, dass Panik aufkommt. So hätten Anwohner im Zusammenhang mit dieser Untersuchung nichts zu befürchten. „Es muss nichts abgesperrt werden.“

Die Vorsondierungen mit den Magnetsonden verliefen oberirdisch, um die Verdachtspunkte ausräumen zu können, müssen diese aufgegraben werden. Dass das Anschlagen eines solches Geräts nicht per se für eine ernstzunehmende Bedrohung steht, macht Lauterschlag deutlich. „Das kann eine Bierdose, ein Nagel oder sonst was sein.“

Stechsonden sollen deshalb Klarheit bringen. Sie werden wie überdimensionale Nadeln in den Boden gestochen. Messen sie einen kleinen Gegenstand, buddeln die Experten diesen aus. Bei größeren Funden sei die Situation eine andere, sagt der Mitarbeiter der Stadt. „Dann müssen wir schauen, wie wir weiter verfahren.“ Informationen wie Größe und Lage seien wichtig, um herauszufinden, ob es sich dabei möglicherweise um einen Blindgänger handeln kann.

Zur Frage, wie lange die Untersuchungen auf der Lüneburger Grünfläche andauern, sagt Lauterschlag: „Bis Freitag werden wir damit vermutlich nicht durch sein.“ ap