Die Container-Rettungswache in Drage soll womöglich als Interimslösung nach Eichholz verlegt werden. Foto: fw

Wende bei Rettungswache?

Elbmarsch. Seit rund 15 Jahren kämpft die Samtgemeinde Elbmarsch um eine eigene Rettungswache. Die sollte, so der Plan vor vielen Jahren, eigentlich im damals neu zu bauenden Feuerwehrhaus in Marschacht untergebracht werden. Der Traum platzte, aber vor einigen Jahren bekam die Samtgemeinde immerhin einen Stützpunkt in Drage. Der sollte, so sah es der bisherige Plan vor, eigentlich nach Drennhausen verlegt werden.

Das reicht der Samtgemeinde allerdings nicht aus. Anfang Oktober verabschiedete der Samtgemeinderat eine Resolution zur Situation des Rettungswesens, in der der Landkreis aufgefordert wird, sicherzustellen, dass die rettungsdienstliche Versorgung vor allem im östlichen Bereich der Elbmarsch sichergestellt wird. Dort werden die Rettungsfristen teilweise deutlich überschritten. Bisher hatte der Landkreis die Forderung nach einer eigenen Wache für die Elbmarsch mit Hinweis auf den Bedarfsplan abgelehnt. Doch diese Ablehnung scheint nun aufzuweichen.

Veränderte Verkehrssituation auf der L217

„Die nach neuen Erkenntnissen besonders angespannte Situation der rettungsdienstlichen Versorgung auf dem Gebiet der Samtgemeinde Elbmarsch muss stärker als bisher Berücksichtigung finden“, heißt es in einer Vorlage für den Ausschuss für Ordnung und Feuerschutz des Landkreises, der am Dienstag, 26. November, im Winsener Kreishaus tagt. In der Elbmarsch werde der für das gesamte Kreisgebiet erreichte, zu niedrige Wert von 91 Prozent, in denen die Hilfsfrist 15 Minuten nicht überschreitet, deutlich unterschritten. Seit Ende 2018 hatte man intensive Betrachtungen bezüglich der Einhaltung von Hilfsfristen der Notfallrettung vorgenommen.

Dabei wurde insbesondere die Situation zur Versorgung in Tespe, Avendorf und Bütlingen betrachtet und festgestellt, dass die Überschreitung der Fristen in diesen Orten „nicht unerheblich“ ist. Grund dafür ist unter anderem die veränderte Verkehrssituation auf der Landesstraße 217, die weit mehr befahren ist als bis vor einigen Jahren.

„Nachsteuerung von Ressourcen“

Der Beschlussvorschlag der Kreisverwaltung sieht nun vor, eine neue Rettungswache auf dem Gebiet der Samtgemeinde Elbmarsch zu planen und zu errichten, unter dem Vorbehalt, dass sich die unter Zugrundelegung des neuen Rettungsdienstbedarfsplanes als notwendig und bedarfsgerecht erweist. Zur unverzüglichen Verbesserung der rettungsdienstlichen Versorgung auf dem Gebiet der Samtgemeinde soll der derzeitige Stützpunkt in seiner bestehenden Form, also als Containerlösung, an einen noch zu bestimmenden Standort im Bereich Eichholz verlegt werden. Dabei handele es sich ausdrücklich um eine Interimslösung bis zur Beschlussfassung über den neu zu fassenden Bedarfsplan. Die Versorgungslücke im Bereich Winsen, die entsteht, wenn der Stützpunkt in Drage aufgelöst wird, soll durch „Nachsteuerung von Ressourcen“ für die Wache Winsen in Form einer Notvorhaltung für die Zeit der Interimslösung Eichholz aufgefangen werden.

Der Ausschuss für Ordnung und Feuerschutz tagt am 26. November ab 16 Uhr. Die Sitzung findet im Sitzungssaal des Kreishauses in Winsen statt.

Von Franzis Waber

Salzhausen

Verlegung geplant

Verlegt werden soll auch die Rettungswache, die zurzeit noch in Salzhausen angesiedelt ist und die nach Nindorf in die Nähe des Wildparks ziehen soll. Grund für diese Verlegung: Der Bereich Hanstedt ist unterversorgt.

Auch hier wurden Hilfsfristen zum Teil deutlich überschritten. Daher hatte ein Gutachter bereits 2018 eine Verlegung empfohlen. Für diese Verlegung laufen noch immer die Planungen, so die Auskunft aus dem Kreishaus.