Zieht der Jugendclub bald in den Container? Aus Jürgen Dittmers Sicht spricht nichts dagegen. Foto: t&w

Jugendarbeit im Container?

Westergellersen. Jeden Monat gibt die Samtgemeinde Gellersen ihr Jugendpflege-Programm heraus. Darin erfährt man dann zum Beispiel, was in Kirch- und Südergellersen so abgeht und wann man sich in Reppenstedt trifft. Nur für Westergellersen steht da nichts. Lediglich zwei Sätze: „Der Jugendclub ist leider geschlossen. Ein neuer Standort und ein Datum für die Wiedereröffnung stehen leider noch nicht fest.“ Seitdem klar ist, dass der alte Resthof, in dem die Kinder und Jugendlichen aus Westergellersen zuletzt ihre Freizeit verbrachten, verkauft werden soll, sucht die Samtgemeinde händeringend nach Ersatz. Die Jugendarbeit im Ort ist derweil auf Eis gelegt.

Möglicherweise könnte sich mit dem anstehenden Auszug des Kindergartens aus den Räumen der Grundschule eine Lösung für den Jugendclub ergeben. Der Domizilwechsel ist für Januar geplant. Nach anschließenden Umbauarbeiten im Schulgebäude stünde dann möglicherweise der zweigeschossige Container auf dem Pausenhof leer. „Nicht so charmant“, findet jedoch Gellersens Samtgemeindebürgermeister Steffen Gärtner eine Container-Lösung. „Daher suchen wir weiter nach Alternativen.“ Zentral gelegene Büroräume, Verkaufsflächen, Wohnungen – alles wäre der Verwaltung recht. Übergangsweise wäre sogar ein Standort am Rande der Ortschaft denkbar.

Jugendarbeit mangelt es an Kräften

Doch selbst dann sind noch nicht alle Probleme aus der Welt geräumt: Der Jugendarbeit mangelt es auch an Kräften. Ein neuer Mitarbeiter werde schon seit Monaten gesucht, klagt Gärtner, mit der ersten Stellenausschreibung habe sich niemand für den Posten gefunden.

Das bedauert auch Jugendpfleger Jürgen Dittmer. „Da kann ich ein noch so gutes Konzept haben – ohne Mitarbeiter kann ich es nicht umsetzen.“ Gern würde er wieder an drei Tagen pro Woche einen offenen Treff in Westergellersen etablieren, auch Angebote speziell für Mädchen schaffen.

Container auf dem Schulgelände

Zuletzt haben laut Dittmer im Schnitt sechs 6- bis 18-Jährige den Jugendclub zu den Öffnungszeiten besucht. Da bestehe aber durchaus noch Luft nach oben, glaubt er, trotz diverser Freizeit-Alternativen und längerer Schulzeiten. In Reppenstedt etwa stiegen die Besucherzahlen wieder. „Das Konzept Jugendzentrum ist für mich darum nach wie vor nicht gestorben.“

Die Idee, den Westergellerser Jugendclub im Schulcontainer einziehen zu lassen, stößt bei Dittmer auf Interesse, schon wegen der „Laufkundschaft“, wie er sagt. Zudem wäre es nicht das erste Mal, dass man auf eine solche Lösung zurückgreift. 2005 zog das Angebot schon einmal in einen Container auf dem Schulgelände, in der Folge stiegen die Besucherzahlen. Dittmer wüsste gern, wie es den Jugendlichen in Westergellersen mit der momentanen Situation geht, „aber ich bin ja nicht mehr dort, darum können sie sich auch kaum bei mir beschweren“. ape