Dienstag , 22. September 2020
Im Senkungsgebiet an der Egersdorffstraße soll gebaut werden. Das gestaltet sich jedoch schwierig. Foto: t&w

Experten aus dem Bergbau als Berater?

Lüneburg. Es ist eine der schwierigsten Ecken der Stadt: Die Egersdorffstraße liegt im Senkungsgebiet, der Untergrund ist unruhig. Eben dort will der Lüneburger Immobilienunternehmer Jürgen Sallier ein Haus errichten. Doch es geht nur in kleinen Schritten voran, bestätigt im Rathaus Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck. Der Bauantrag sei im April eingegangen und wird noch bearbeitet.

Moenck nennt den Grund für den schleppenden Fortschritt: „Der Baugrund ist nicht unproblematisch. Dem vor einigen Jahren abgetragenen Gebäude war vor allem die Feuchtigkeit zum Verhängnis geworden. Um dies für die Zukunft zu vermeiden, bedarf dieser Gesichtspunkt noch einer sorgfältigen Betrachtung durch einen vom Bauherrn bestellten Gutachter. Möglicherweise wird auch noch eine Beteiligung des Landesbergbauamtes erforderlich. Auch die Abstimmung der Fassadengestaltung und das planungsrechtliche Einfügen des Bauvorhabens stellten sich als recht anspruchsvoll dar.“

Verkaufspreis wohl im Millionenbereich

Wie berichtet, hatten zunächst zwei Lüneburger das Haus gekauft, in dem lange ein Friseur zu Hause war. Sie wollten das Fundament neu gründen, das scheiterte: Als sie Schutt und Geröll aus einem Keller holten, entdeckten die Arbeiter einen Bach. Das denkmalgeschützte Gebäude war nicht mehr zu retten und wurde abgetragen, das ist bald vier Jahre her. Die gescheiterten Investoren verkauften das Areal an Sallier – dem Vernehmen nach zu einem Preis im Millionenbereich. Auf eine Anfrag der LZ hatte er im Februar gesagt, er wolle das nicht kommentieren und schob hinterher: „In der Stadt gibt es kaum Flächen.“ Und: „Wir werden vier Wohnungen bauen, das Gebäude soll in etwa so hoch werden wie ein Anbau der alten Kreissparkasse nebenan.“ Das Konzept sei in Absprache mit Verwaltung und Politik entwickelt worden.

Schon 2018 hatte sich laut Stadtbaurätin Heike Gundermann eine interfraktionelle Arbeitsgruppe aus Mitgliedern des Bauausschusses mit den Architekten getroffen. Doch die Umsetzung der Ideen ist schwierig. Eben deshalb gebe es nun die Überlegung, Experten des Landesbergbauamtes hinzuzuziehen, um eine Einschätzung für die Bodenverhältnisse zu bekommen. Dabei geht es unter anderem um hydrologische Fragen wie den Grundwasserstand. So hatte es im Februar geheißen, dass man wahrscheinlich keinen Keller bauen könne. Auch müsse – auch aufgrund der zum Teil schief stehenden Häuser in der Nachbarschaft – erschütterungsarm gebaut werden. ca