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Kein Abriss unter Maack

Adendorf. Fans des Adendorfer EC nennen das Walter-Maack-Eisstadion gern das „heißeste Kühlhaus des Nordens“. Das bleibt in diesem Winter bekanntermaßen geschlossen, da Korrosionsschäden in der Kälteanlage entdeckt worden sind. Umso heißer geht es nun hinter der Bande zu: Vorwürfe, die Gemeinde habe die Anlage bewusst kaputt gespart oder wolle die betagte Halle am liebsten abreißen lassen, bringen den Adendorfer Bürgermeister Thomas Maack zum Kochen.

„Solange ich Bürgermeister bin, wird das nicht passieren. Ich habe Emotionen für die Halle“, kontert Maack, dessen Vater den Bau dieser Sportstätte in den 1970er-Jahren vorangetrieben hatte. Die Gemeinde habe in den vergangenen sechs Jahren gut 500.000 Euro in das Stadion investiert, die Anlage sei jedes Jahr vom TÜV auf Herz und Nieren untersucht worden. Und nach Maacks Vorstellungen solle Adendorf nun einen „Beitrag in hoher sechsstelliger Summe“ in die Hand nehmen, um die Anlage auf eine komplett neue Kühlmöglichkeit auf CO2- oder Glykol-Basis umzustellen.

Der AEC hat sein Team bereits abgemeldet

Vertreter des Eishockey-Regionalligisten wie auch des Stammvereins Adendorfer EC distanzierten sich derweil von Aufrufen zu einer Demonstration vor dem Rathaus und von einer Online-Petition, in der ein Aufbau einer mobilen Eisanlage gefordert wird. Maack: „Für zweieinhalb Monate müssten wir 170.000 Euro plus laufende Unterhaltskosten zahlen. Und der Aufbau würde mindestens vier Wochen dauern.“

Die Lösung wäre also ohnehin zu spät gekommen für den Spielbetrieb. Der AEC hat sein Team bereits abgemeldet. Finn Sonntag, Geschäftsführender Gesellschafter der Eishockey-Betriebsgesellschaft, hat einen Insolvenzantrag vorbereitet und unterstützt Spieler bei der Suche nach einem neuen Verein für diesen Winter.

Auswirkungen hat die Schließung der Halle auch auf den Jugendbereich. Die Nachwuchsarbeit sei „sehr stark gefährdet“, berichtet AEC-Präsident Rolf Witke, der einen spürbaren Rückgang der Mitgliederzahlen befürchtet.

Von Andreas Safft

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