Samstag , 24. Oktober 2020
Vorerst wird es wegen des unreinen Untergrunds keine Bebauung auf der Grünfläche am Heidkamp geben. (Foto: t&w)

Übler Geruch ist ungefährlich

Lüneburg. Christel John zeigte sich erleichtert. „Das ist beruhigend“, sagte Oedemes Ortsbürgermeisterin nach dem Vortrag von Volker Schulz. Im Ortsrat hatte der Umweltamtsleiter über das Ergebnis einer Untersuchung der Grünfläche am Heidkamp berichtet. Die Stadt hatte dort geprüft, ob von der früheren Mülldeponie Gefahren ausgehen.

„Es handelt sich um eine Altablagerung, keine Altlast“, sagte Schulz und beeilte sich zu ergänzen: „Eine Gefahr geht von dem Grundstück nicht aus.“ Das habe die Auswertung von Bodenproben ergeben, die in den vergangenen Monaten genommen worden waren. Gefunden wurden neben Ziegelbruch, Bauschutt, Schlacken und Asche auch Hausmüll mit Glas-, Keramik- und Plastikresten. „Außerdem eine übelriechende, schwarze Pampe, die sich im Laufe von 60 Jahren dort gebildet hat“, sagte Schulz.

Bis in die 1950er-Jahre war das Areal als Mülldeponie genutzt worden, nachdem die Stadt das Gelände nach dem Krieg erworben hatte. Zuvor hatte dort Sandabbau stattgefunden, rund 100 000 Kubikmeter waren bis zu einer Tiefe von zehn Metern abgetragen worden. In den 70er-Jahren wurde die Deponie zugeschüttet, die anschließend angelegte Grünfläche bis 2002 als Hockeyplatz genutzt. Heute befinden sich dort ein Bolzplatz und der Parkplatz der benachbarten Ortho-Klinik.

Schwarze Pampe aus Restabfällen und Wasser

Weil die Stadt sich in den vergangenen Jahren verstärkt nach Baugrund für Wohnungsbau umschaute, geriet auch diese Fläche erneut in ihren Blick. Denn die Alt-Deponie war bereits 1985 im Zusammenhang mit der Errichtung des Kindergartens Heidkamp untersucht worden. Auch damals war laut Schulz Entwarnung gegeben worden.

Die Untersuchungen – es wurden Oberbodenproben genommen, Bohrungen bis zur Deponiebasis ausgeführt und Grundwasser- und Bodenluftmessstellen eingerichtet – hätten ebensowenig ein Gefährdungspotenzial aufgezeigt wie die „schwarze Pampe“, ein Gemisch aus Restabfällen und Wasser. Zwar wurden darin Spuren von Nickel, Arsen sowie hohe Sulfat-Konzentrationen festgestellt, allerdings ergebe sich aus den Nachweisen „kein Handlungsbedarf bei der jetzigen Nutzung“. Die Konzentrationen lägen im Bereich der Nachweisgrenze. Auch ein direkter Kontakt mit den Abfällen sei nicht möglich. Störend, aber ebenfalls ungefährlich sei der durch die Pampe verursachte „üble Geruch“, der bei Bodenarbeiten auftrete. Auch die Grundwasseruntersuchungen hätten nur vernachlässigbare Schadstoffeintragungen ergeben.

Lkw müssten mehrere Jahre für Bodenaustausch fahren

Von einer Bebauung, sehe die Stadt dennoch ab, erklärte Schulz. Der Aufwand dafür sei „unverhältnismäßig“, da zuvor ein Bodenaustausch erforderlich sei. Schulz zeigte die Dimensionen auf: „Wenn dafür alle zehn Minuten Lkw eingesetzt werden, müssten diese anderthalb Jahre fahren. Und das Gleiche noch mal, um die Grube wieder zu verfüllen.“

Eine Nutzung als Sportplatz, wie Ortsratsmitglied Andreas Neubert (SPD) vorschlug, sei „theoretisch möglich“, wegen der Unebenheiten im Untergrund aber problematisch, erklärte Schulz. Und die Nachfrage von Ulrich Löb (Grüne), ob durch die Schadstoffe der Hasenburger Bach belastet sei, schloss Schulz mit dem Hinweis auf den geringen Eintrag aus.

Neuer Treffpunkt für Oedeme

Bau des Stadtteilhauses beginnt 2021

Stadtkämmerin Gabriele Lukoschek versicherte in der Ortsratssitzung: Das neue Stadtteilhaus für Oedeme werde wie geplant realisiert. Dafür seien zwei Millionen Euro bereitgestellt, das Projekt werde nach dem erfolgten Abriss der „Reiterbar“ weitergeführt. Danach stehen im nächsten Jahr weitere Planungsarbeiten an, 2021 soll dann mit dem Bau begonnen werden. Die Fertigstellung ist für 2022 vorgesehen.

Von Ulf Stüwe