Ludger Burmann spielt bei den Rosen Willy Berger, den Vater von Ben Berger (Hakim-Michael Meziani). Vor sieben Jahren war er schon einmal in der Serie zu sehen. Foto: Michael Behns

Ein Mann mit vielen Talenten

Lüneburg. Er hat eines dieser Gesichter, die einem fast zwangsläufig irgendwo schon mal begegnet sind. Ludger Burmann hat schon in vielen Serien und Filmen mitgewirkt, vom Tatort über „Die Camper“ und „Der Fahnder“ bis hin zu „Rennschwein Rudi Rüssel“, „Fußball ist unser Leben“ und natürlich dem Kinohit „Der bewegte Mann“. Auf seiner langen Liste der Produktionen stehen auch die Roten Rosen: Der Schauspieler aus dem Ruhrpott hatte vor sieben Jahren mal einen Kurzauftritt, nun hatte er erneut in Lüneburg angeheuert.

Der 63-Jährige spielt Willy Berger, den Vater von Ben Berger (Hakim-Michael Meziani), der seine Familie besucht und mit seiner Enkelin eine Seifenkiste baut. „Er kommt aus Essen, ist früher auf Zeche gewesen“, erzählt Burmann. Für ihn als Kind des „Kohlenpotts“ keine unbekannte Biografie. Doch auch Lüneburg ist ihm nicht unbekannt. Zum einen, weil er 2012 schon mal bei den Rosen gedreht hat, zum anderen, weil er hier Freunde habe, die er regelmäßig besuche. „Ich bin zwei, dreimal hier. Lüneburg ist eine schöne Stadt. Ich finde die prima und fühle mich hier richtig wohl.“

„Ich bin an und für sich Dortmunder"

Heimisch seit eh und je aber ist er in Nordrhein-Westfalen. Aufgewachsen in Werne an der Lippe bei Hamm spricht er einerseits fließend Münsterländer Platt, andererseits kennt und mag er die direkte Art des Menschen aus dem Ruhrgebiet. Und natürlich stellt sich angesichts seiner Wurzeln fast zwangsläufig die Frage: Schwarz-Gelb oder Königsblau? „Ich bin an und für sich Dortmunder, habe auch mal einen BVB-Fanclub mitgegründet, aber das Interesse hat stark nachgelassen. An manchen Wochenenden kriege ich gar nicht mit, wie die spielen.“ Zu kommerziell sei ihm der Profifußball geworden. „Das ist doch alles nur noch Geschäftemacherei. Wie viele Dortmunder Jungs spielen denn noch beim BVB? Nur der Reus.“

Gut im Geschäft ist Burmann aber auch selbst. Nicht nur als Schauspieler. Er ist Trauer- und auch Hochzeitsredner, Mediator und Coach. Das sorgt für einen abwechslungsreichen Alltag. Rosendreh im Studio, abendliche Lesungen beim Wein, Wochenendseminare für Priester und Dia­kone („da gibt es stocksteife Typen, nach zwei, drei Tagen sind die plötzlich ganz locker“), als Streitschlichter bei Ehepaaren, die sich irgendwie auseinandergelebt haben, aber als Hochzeitsredner auch Wegbereiter für Paare, die ihre gemeinsame Zeit noch vor sich haben.

Als Tröster gefragt

Zu seinen wohl schwierigsten Jobs gehört die Trauerarbeit. Er hält nicht nur Grabreden, sondern ist als Tröster gefragt, „Neulich bei der Familie einer 24-Jährigen, die sich das Leben genommen hat, das lässt einen auch selbst nicht kalt. Aber so ist das Leben.“

Das Leben hat ihn nun für 14 Tage nach Lüneburg verschlagen, ehe er am Montag darauf schon wieder als Trauerredner gefragt ist. Und was kommt als nächstes für seine lange Liste der Schauspieleinsätze? „Ein Krimi, für welchen Sender, weiß ich selbst noch gar nicht so genau. Aber die Produktion soll Anfang Januar losgehen.“

Von Alexander Hempelmann

Oldtimer spielte bei den Rosen eine tragende Rolle

„Björn“ steht zum Verkauf

Er zählte zu den auffälligsten Erscheinungen der abgelaufenen Staffel: Der Mercedes-Benz 280 S, war das Gefährt von Hilli (Gerit Kling) und Frank Pollmann (Axel Buchholz), die 25 Jahre das Autohaus Pollmann geführt haben und privat jenen Oldtimer 1971er Baujahres fuhren, den sie Björn nannten. Durch die Trennung stritten sie permanent um das Auto. Erst wollten sie eine Weltreise mit dem Auto machen, doch Franks Herzinfarkt durchkreuzte die Pläne. Aus Frust wollte Frank das Auto loswerden, ausgerechnet Hillis Ex Cornelius ersteigerte es. Doch später kauften sie es zurück. Am Ende versöhnten sich Hilli und Frank und fuhren mit Björn ins Glück aus der Rosenwelt. Nun steht Björn zum Verkauf. 16 000 Euro soll er kosten.

Die Produktionsfirma hatte das Auto extra für diese Staffel gekauft, da es für zehn Monate flexibel benötigt wurde. „Normalerweise arbeiten wir mit Mietwagen“, erklärt Rosen-Pressesprecherin Daniela Behns. Mit dem Hauptpaar der 16. Staffel hat nun auch deren Auto ausgedient. Behns sagt „Wir hoffen, dass sich nicht nur ein Oldtimerfan, sondern auch ein Rosenfan daran erfreuen kann.“