Hochspannung am Sonntagabend im Sitzungssaal des Bleckeder Rathauses: Dennis Neumann (vorn, r.) und Felix Petersen (2. Reihe, l.) verfolgen mit rund 100 Gästen die Wahlergebnisse. (Foto: t&w)

Der Wahlkampf geht weiter

Bleckede. Wäre Bleckedes nächster Bürgermeister am vergangenen Sonntag nur im Stadtgebiet gewählt worden, hätte Einzelbewerber Dennis Neumann die Wahl schon im ersten Wahlgang für sich entschieden: In vier der fünf städtischen Wahlbezirke verzeichnete er Ergebnisse von mehr als 50 Prozent, und das teilweise deutlich. In verschiedenen Ortsteilen war Felix Petersen (CDU) dem Konkurrenten Neumann dagegen knapp auf den Fersen, so dass jetzt beide in die Stichwahl gehen, die am Sonntag, 24. November, stattfindet.

Mit insgesamt 49,84 Prozent (2022 Stimmen) verfehlte Neumann den Sieg im ersten Wahlgang denkbar knapp. Petersen kam auf 28,2 Prozent (1144), Einzelbewerber Martin Gödecke war mit 21,96 Prozent (891) schon nach der ersten Wahlrunde aus dem Rennen. Nach der Auszählung von 16 Wahlbezirken hatte Neumann schon wie der Sieger ausgesehen, das Briefwahlergebnis von 43,49 Prozent (Petersen: 25,04 Prozent, Gödecke: 31,47 Prozent) drückte ihn dann wieder unter die magische 50-Prozent-Marke.

Petersens Hochburg war Göddingen

Sein stärkstes Ergebnis erzielte Dennis Neumann im Wahlbezirk Bleckede III (Jugend- und Familienzentrum), wo er auf 262 Stimmen und damit 61,36 Prozent kam. Im gleichen Wahlbezirk verzeichnete Felix Petersen mit 17,8 Prozent (76 Stimmen) sein schwächstes Resultat. Petersens Hochburg war das kleine Göddingen. Mit 43,7 Prozent verbuchte er hier seinen einzigen Sieg in einem Wahlbezirk. Die dort erzielten 52 Stimmen brachten ihn aber nicht wirklich weiter. An gleicher Stelle hatte Neumann mit 39,5 Prozent (47 Stimmen) sein schwächstes Resultat.

Nicht zufrieden waren alle Seiten mit der Wahlbeteiligung, die bei 51,39 Prozent lag. Auch hier gab es große Unterschiede zwischen den Wahlbezirken: Immerhin 56,34 Prozent der Radegaster und 55,93 Prozent der Breetzer gingen zur Wahl. Am wenigsten Interesse an der Bürgermeisterwahl zeigten die Menschen in Alt Garge mit einer Wahlbeteiligung von 32,21 Prozent und im Bereich Bleckeder Wahlbezirk II (ev.-luth. Pfarramt), wo 37,24 Prozent der Wahlberechtigten zur Wahl gingen.

Der berufliche Alltag geht weiter

Für die beiden Kandidaten, die sich jetzt am Sonntag, 24. November, der Stichwahl stellen, ging am Dienstag der berufliche Alltag weiter: Dennis Neumann, stellvertretender Verwaltungschef der Samtgemeinde Ostheide, saß um acht Uhr an seinem Schreibtisch in Barendorf. Felix Petersen, Organisationssachbearbeiter bei der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf, trat seinen Dienst um 7.45 Uhr an, um 16 Uhr saß er dann bereits in der Sitzung des Lüneburger Kreistags.

„Dankbarkeit“ für das Wahlergebnis, das ihn fast schon auf den Bürgermeistersessel gebracht hätte, empfindet Dennis Neumann. Am Sonntag habe er mit seinen Unterstützern noch einen gemütlichen Abend verbracht, am Dienstag sollte dann an der Strategie für die nächsten Tage bis zum zweiten Wahlgang gebastelt werden. „Wir müssen sehen, dass wir mehr Menschen für die Wahl mobilisieren“, gibt Neumann als Ziel aus.

In den nächsten Tagen „mehr Menschen mobilisieren“, zur Wahl zu gehen, ihnen zu zeigen, „um was es geht“ und ihm ihre Stimme zu geben, das ist auch das Ziel von Felix Petersen. Noch am Sonntagabend besprach er mit seinem Wahlkampfteam das weitere Vorgehen, noch mehr direkten Kontakt zu den Menschen in und um Bleckede soll es in den nächsten Tagen geben.

Bürgermeisterwahl in Bleckede

Stärken und Schwächen

Dennis Neumann: Stärkstes Wahlbezirksergebnis: Bleckede III (Jugend- und Familienzentrum): 61,36 Prozent (262 Stimmen). Schwächstes Ergebnis: Göddingen Feuerwehrhaus: 39,50 Prozent (47 Stimmen).

Felix Petersen: Stärkstes Ergebnis: Göddingen Feuerwehrhaus: 43,7 Prozent (52 Stimmen). Schwächstes Ergebnis: Bleckede III (Jugend- und Familienzentrum): 17,8 Prozent (76 Stimmen).

Martin Gödecke: Stärkstes Ergebnis: Briefwähler: 31,47 Prozent (186 Stimmen). Schwächstes Ergebnis: Radegast Feuerwehrhaus: 11,25 Prozent (9 Stimmen).

Von Ingo Petersen