Arbeiter haben am Wehr begonnen, den abgerutschten Damm durch eine Pflasterung mit Betonböcken winterfest zu machen. (Foto: tja)

Feinschliff am Elbe-Stauwehr

Geesthacht. Nachdem im August ein Teil des Dammes am Geesthachter Elbe-Stauwehr abgerutscht war, stehen die damals eingeleiteten Sicherungsarbeiten jetzt kurz vor dem Abschluss. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) lässt den mit mehreren Tausend Tonnen Schüttmaterial befestigten Damm mit einem Deckwerk aus Betonsteinen belegen. Das soll Hochwasser, Eisgang und Sturmflut trotzen.

Der Schaden hatte damals zu einer tagelangen Einstellung der Schifffahrt auf der Elbe geführt, auch im Elbe-Seitenkanal und im Elbe-Lübeck-Kanal lief nichts mehr. Der Wasserspiegel musste massiv abgesenkt werden, um den Damm vom Wasserdruck zu entlasten. So war Schifffahrt unmöglich.

Nach der notdürftigen Sicherung geht es jetzt an den Feinschliff. Mit Stahlbeton wurden die Durchlässe verfüllt, deren sprudelndes Wasser eine Lockströmung für die vom Energiekonzern Vattenfall als Ökoausgleich für das Moorburger Kohlekraftwerk errichtete Fischtreppe erzeugen sollte. Ingenieure sehen in der Strömung den Auslöser des Abrutsches. An die Betonkante schließt sich jetzt eine Pflasterung mit den Betonblöcken an.

Damm wird winterfest gemacht

Zur tidebeeinflussten Seite des Wehres hin wurde ein Bollwerk aus Wasserbausteinen aufgeschüttet. „Wir machen den Damm jetzt winterfest“, erklärte WSA-Leiter Tilman Treber. Geklärt werden müsse noch, wie vorhandene Hohlräume in der Verfüllung gestopft werden können.

Die Durchgängigkeit der Wehranlage für Fische ist durch den abgerutschten Damm am Nordufer und eine eingeknickte Spundwand am Südufer momentan massiv eingeschränkt. An der großen Fischtreppe fehlt den Fischen auf dem Weg in die Laichgebiete die Lockströmung, die kleine Fischtreppe ist gar komplett verfüllt worden, um die Spundwand zu stabilisieren. Treber: „Da werden wir uns mit Vattenfall als Betreiber treffen und abstimmen, wie es weitergehen könnte.“ Er geht davon aus, dass eine andere bauliche Lösung für die Lockströmung geschaffen werden muss. Vattenfall hatte die große Aufstiegshilfe als Kompensation von Umwelteinflüssen durch das Kohlekraftwerk in Moorburg errichtet, sie ist Teil der Genehmigung und muss deshalb funktionieren.

Von Timo Jann