Freitag , 25. September 2020
Ehrende und Geehrte: Ulrich Mädge (v.l.), Carsten Menges, Sternsingerin Elise Kilies, Thomas Meyer-Enzl, Carmen Sillmann (Jazz IG), Sparkassen-Vorstand Sabine Schölzel, Manfred Nahrstedt, Wiebke Stelljes, Leonie Mahncke und Benjamin Hirt („Fridays for future“). (Foto: Neß)

Aller guten Dinge sind vier

Lüneburg. Eine Straße ist nach ihm benannt und ein Preis. Das zeigt, wie bedeutend das Wirken von Hans Heinrich Stelljes in Lüneburg war. 1963 kam Stelljes als Oberstadtdirektor, als damals bundesweit jüngster in diesem Amt, 1985 schied er aus – als Dienstältester. Stelljes engagierte sich weit über sein Amt hinaus im Sozialen, für Sport und Kultur. Seit 20 Jahren ehrt der von der Sparkassenstiftung ausgelobte „Hans Heinrich Stelljes-Preis“ ehrenamtliches Engagement. Vier Preise à 1000 Euro wurden jetzt im Huldigungssaal vergeben.

An Stelljes‘ Verdienste erinnerte Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Landrat Manfred Nahrstedt machte deutlich, dass es dem Preisgremium immer darum gehe, neben langjährigem Engagement auch junges auszuzeichnen. Die aktuelle Shell-Studie zeige, dass die Bereitschaft zum Engagement zurückgehe, darum sei ein Preis wie der für die Lüneburger „Fridays for Future“-Gruppe umso wichtiger.

Mahnungen an die Politik

Deren Sprecher Leonie Mahnke und Benjamin Hirt sagten, dass sie überlegt hätten, ob sie den Preis überhaupt annehmen sollten. Dann aber nutzten sie die Gelegenheit, ihren Dank für die Auszeichnung mit Mahnungen an die Politik zu verbinden, wesentlich entschlossenere Schritte gegen den Klimawandel zu unternehmen. Dr. Frank Corleis vom Umweltbildungszentrum der Stadt umriss in seiner Laudatio auch die Vielfalt und Kreativität, mit der die Bewegung auf ihre Ziele auf sich aufmerksam macht.

Als weitere junge Gruppe wurden die Sternsinger ausgezeichnet, „die weltweit größte Aktion von Kindern für Kinder in Not“, wie Dechant Carsten Menges sagte. Allein in Lüneburg beteiligen sich laut Menges 350 Kinder daran, in den ersten Januartagen singend um Spenden zu bitten – in ökumenischer Einheit.

Urlaub muss warten

Für den Sport bekam den Preis Thomas Meyer-Enzl vom Lüneburger Kanu-Club. Meyer-Enzl ist einer von denen, die sich vom Spitzen- bis zum Breitensport engagieren und die sogar ihre Urlaubspläne nach anstehenden Ereignissen ausrichten. Als Sportler, als Trainer, als Sportwart und für vieles mehr sei Meyer-Enzl aktiv, über Lüneburg hinaus, wie Laudator Stefan Kubbe deutlich machte.

Umgeben war die von Nicole Bloch (Sparkassenstiftung) perfekt organisierte Feierstunde von Jazzmusik. Passend dazu ging der Preis im Kulturbereich an die JazzIG bzw. an die Vorsitzende Carmen Sillmann. Sie ist seit vielen Jahren im Vorstand tätig und sorgt mit dafür, dass kontinuierlich regionaler und internationaler Jazz von aufstrebenden und von renommierten Musikern in Lüneburg zu erleben ist. Sillmann, als Saxofonistin bei Frollein Sax auch konzertierend für den Jazz aktiv, freute sich, dass die JazzIGroup den Abend begleitete: Das taten Jens Balzereit (Kontrabass), Gerhard Glombik (Saxofon, Gitarre), Axel Jankowski (Saxofon), Marcus Loheide (Gitarre) und Heiner Nickels (Schlagzeug).

Von Hans-Martin Koch