Sonntag , 27. September 2020
Ein Ziel von Politik, Verwaltung und Bürgermeister in Bleckede ist, die Stadt für Einwohner und Touristen attraktiver zu machen. Im Fokus steht dabei die Breite Straße als Einkaufsmeile. (Foto: t&w)

Stadt soll attraktiver werden

Bleckede. Die Einwohner der Stadt Bleckede wählen am Sonntag, 10. November, einen neuen Bürgermeister. Mit Martin Gödecke (Einzelkandidat), Dennis Neumann (Einzelkandidat) und Felix Petersen (CDU) gehen drei Kandidaten ins Rennen. Egal, wer am Ende auf dem Chefsessel im Rathaus Platz nimmt: Auf den neuen Verwaltungschef wartet viel Arbeit.

So hat Ende Februar Oliver Barda sein Restaurant Wohnküche an der Breiten Straße geschlossen. Bleckede fehlen Touristen-Unterkünfte, die zum gehobenen Angebot seiner Wohnküche gepasst hätten, sagte der Spitzenkoch in einem Interview mit einer Fachzeitschrift. Schon öfter war von verschiedenen Seiten in der Region die Klage zu hören gewesen, dass in der Elbestadt unter anderem ein Hotel fehle. Doch was braucht Bleckede tatsächlich, um für Einwohner und auch Touristen attraktiver zu werden? Und wie soll es realisiert werden? Das wollte die Landeszeitung von den drei Bürgermeisterkandidaten wissen. ml

Dennis Neumann (Einzelkandidat)

Die Belebung der Bleckeder Innenstadt ist mir ein wichtiges Anliegen. Dabei muss das Angebot breit gefächert und für jeden Geldbeutel erschwinglich sein. Im Zuge der Städtebauförderung werden viele Gebäude derzeit von den Eigentümern saniert. Gleichzeitig ist die Innenstadt, insbesondere die Breite Straße, noch nicht der Anziehungspunkt, der er sein könnte. Im Rahmenplan „Innenstadt/Schlossensemble“ sind mit Bürgerbeteiligung Maßnahmen zur Verkehrsführung und der Gestaltung von Plätzen erarbeitet worden, die die Aufenthaltsqualität verbessern können.

Als Bürgermeister werde ich diese Ideen weiterentwickeln und umsetzen. Touristisch hat Bleckede sein Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Radfahrer, die entlang des Elberadwegs unterwegs sind und meist für eine Nacht bleiben, sind nur eine Zielgruppe. Bleckede bietet als Ausgangspunkt auch Möglichkeiten für längere Aufenthalte. Dafür ist eine übergreifende Zusammenarbeit nötig, um attraktive Angebote zu entwickeln. Ich werde das Zusammenspiel zwischen den örtlichen Akteuren weiter ausbauen. Damit Gäste länger in Bleckede verweilen können, werde ich mich dafür einsetzen, dass sich in Bleckede ein Hotel mit einer überschaubaren Bettenzahl ansiedelt. Im Zusammenspiel aller Akteure kann es so gelingen, den Tourismus in Bleckede auf die nächste Stufe zu heben. Bleckede muss wieder eine Marke werden, die für Aufenthaltsqualität steht.

Felix Petersen (CDU)

Um für Einwohner und Touristen attraktiv zu sein, braucht es interessante Angebote. Hier hat Bleckede bereits heute einiges zu bieten. Die Breite Straße etwa ist belebter als die Haupteinkaufsstraßen vieler Orte in der Region, und auch das Geschäft von Herrn Barda ist bereits in neuen Händen.

Es gibt aber auch leerstehende Geschäfte. Diese möchte ich in einem Leerstandskataster erfassen und über die Wirtschaftsfördergesellschaft des Landkreises Lüneburg um Interessenten werben, damit diese ihr Geschäft in Bleckede eröffnen oder hierher verlegen. Neuen und bereits etablierten Unternehmen möchte ich bei allen behördlichen Angelegenheiten als erster Ansprechpartner zur Seite stehen.

Mit der Umsetzung der Städtebauförderung haben wir die Gelegenheit, die Attraktivität der Breiten Straße weiter zu steigern. Dies möchte ich zum Anlass nehmen, um einen Stadtentwicklungsbeirat zu gründen, in dem Gewerbetreibende, Handwerker und Vertreter anderer Gruppen gemeinsam mit der Politik darüber beraten, wie wir alle Orte in Zukunft noch attraktiver aufstellen können.

Um mehr Touristen anzulocken, müssen wir uns überörtlich besser vermarkten. Wer im Internet nach Urlaub an der Elbe sucht, sollte direkt Angebote aus Bleckede finden. Zur Abrundung des touristischen Angebotes brauchen wir ein Hotel mit mindestens 60 Betten. Hierum möchte ich mich ebenfalls kümmern und potenzielle Investoren anwerben.

Martin Gödecke (Einzelkandidat)

Die Stadt Bleckede liegt in prädestinierter Lage im Biosphärenreservat. In Sachen Tourismus bietet Bleckede mit seinen Häfen, der Fähre und den touristischen Angeboten viel Potenzial sich weiterzuentwickeln. In den Nachbarkommunen gibt es ebenfalls interessante Angebote entlang des Elbtals. Hier müssen die bestehenden Angebote und Strukturen vernetzt und zusammen vermarktet werden. Ein gutes Tourismusmanagement denkt nicht bis zum eigenen Kirchturm, sondern in Regionen.

Dazu hat der Lüneburger Kreistag die Flusslandschaft Elbe GmbH „als eine regionale Tourismus GmbH“ gegründet, die hervorragende Arbeit leistet und die ich unterstütze. Zusätzlich müssen die Angebote im Elbschloss mit dem Aussichtsturm für Bürger und Gäste attraktiver gestaltet werden. Im Rahmenkonzept des Biosphärenreservates sind ausführliche Entwicklungsmöglichkeiten für den Tourismus aufgelistet, die umgesetzt werden können.

Der Tourismus ist ein wachsender Wirtschaftsfaktor, von dem die Stadt weiterhin profitieren kann. Dazu bedarf es unter anderem der Ausweitung des ÖPNV entlang der Elbe, was auch dem Bürger zugutekommt. Mein Antrag im Kreistag fordert, dass Wasserstoffantrieb in einer geförderten EU-Modellregion in Bussen, Bahnen und in der neuen Fähre Verwendung findet. Das wäre ein Magnet im nachhaltigen, sanften Tourismus. Die Stadt Bleckede ist eine „Perle“ die ich behutsam weiterentwickeln möchte.