Das Deichhaus in Marschacht ist marode. An selber Stelle könnte ab 2021 ein neues Jugendzentrum gebaut werden. (Foto: fw)

Deichhaus-Neubau 2021?

Marschacht. Im Juni hatte Jugendpflegerin Swantje Trutnau dem Jugendausschuss der Samtgemeinde Elbmarsch die Bedarfsanalyse für die künftige Jugendarbeit vorges tellt, im Anschluss wurde ein entsprechendes Konzept erarbeitet. Jetzt gibt es eine erste, grobe Vorstellung in Sachen Raumbedarf, die Samtgemeindebürgermeister Rolf Roth in der jüngsten Sitzung des Ausschusses vorstellte.

Erweiterbarer Multifunktionsraum, ein Übungsraum für Bands, ein Kreativ- und ein Medienraum, ein Sitzungszimmer und Funktionsräume sowie Büros, sanitäre Anlagen und eine Küche stehen auf einer Liste, die in einem ersten Treffen mit Jugendlichen, Jugendpflege und Politik erarbeitet wurde. Außerdem wünschen sich die Jugendlichen ein Außengelände, auf dem gegrillt werden kann und eine Skaterbahn Platz findet.

Jugend, Senioren und Bücherei in einem Haus

Eine Idee der Verwaltung ist es, das neue Jugendzentrum zusammen mit einem Anlaufpunkt für Senioren und der Samtgemeindebücherei in einem Gebäude unterzubringen. Gelingt das, könnte die Samtgemeinde eventuell mit einer satten Förderung rechnen. Der Plan des Samtgemeindebürgermeisters: Für das kommende Jahr sollen Planungskosten von 50 000 Euro im Haushalt vorgesehen werden, 2021 soll die Politik 600 000 Euro für einen Neubau bereitstellen.

Der ist dringend notwendig, nachdem das Haus, in dem sich die Jugendlichen jetzt treffen, immer baufälliger wird. Bereits kurz nach dem Bezug vor rund 15 Jahren war der Dachboden gesperrt worden, einige Jahre später der gesamte Keller. Zuletzt hatte man am Westgiebel des Gebäudes Unterstützungsmaßnahmen ausgeführt. Die sorgten laut Statiker dafür, dass das Haus für die nächsten zwei Jahre ausreichend gesichert sei, berichtete Roth. Danach ist entweder eine aufwendige Maßnahme notwendig oder es bleibt das, was der Samtgemeindebürgermeister bereits seit einigen Jahren ankündigt: der Abriss.

Neue Haus am alten Standort

Das neue Jugendzentrum wünschen sich die Jugendlichen am Standort des alten. Der Vorschlag aus der Politik, das neue Jugendzentrum neben der Ernst-Reinstorf-Schule entstehen zu lassen, stieß bei denjenigen, die dort ihre Freizeit verbringen, auf wenig Begeisterung. „Wenn man die Jugendlichen beteiligt, dann muss man sie auch ernst nehmen“, sagte Roth und plädierte dafür, dem Wunsch der Heranwachsenden zu folgen.

Damit ist jetzt das passiert, was sich Jugendpflegerin Swantje Trutnau noch im Juni von der Politik gewünscht hatte, nämlich dass der Deichhaus-Neubau auf der Prioritätenliste der Samtgemeinde ein bisschen weiter nach vorn rutscht. Bei einem Baubeginn 2021 wird es aber eine Zwischenlösung geben müssen, in der die Jugendlichen sich vom Abriss des alten Gebäudes bis zur Fertigstellung des Neubaus treffen können.

Von Franzis Waber