Dienstag , 22. September 2020
So soll die Galerie aussehen, die Henning Jörg Claassen Am Werder neben dem Hotel Bergström realisieren möchte. Doch daraus wird wohl nichts. (Illustration: IMC)

Zurück zur ersten Standortidee am Werder

Lüneburg. Eine klare Absage in Sachen Basteipark für den Neubau einer Kunstgalerie hatte die Verwaltung bereits erteilt. Aber auch jüngst laut gewordene Vorschläge wie den Clamartpark oder den Lambertiplatz als Standorte lehne sie ab, weil Parks wichtig seien fürs Innenstadtklima. Das machte Oberbürgermeister Ulrich Mädge im Rat deutlich, deutete aber Gesprächsbereitschaft an. „Ich persönlich kann mir vorstellen, dass man auf den ersten Vorschlag mit dem Standort Werder zurückkommt.“

Im ersten Anlauf fiel der Vorschlag durch

Mädge bezog erneut Position: Es sei wünschenswert, die umfangreiche Sammlung internationaler Gegenwartskunst in Lüneburg zu halten. Für die möchte der Lüneburger Unternehmer Henning Jörg Claassen einen Neubau errichten, um die Werke öffentlich zugänglich zu machen (LZ berichtete). Derzeit sind Teile davon im Hotel Altes Kaufhaus in einer Galerie untergebracht. Claassen möchte dafür einen geeigneteren Rahmen schaffen, inzwischen hat er auch das Hotel an die Dormero-Gruppe verkauft.

Anfang des Jahres hatte Claassen den ersten Entwurf eines Gebäudes mit Standort am Werder präsentiert. In nicht-öffentlicher Sitzung hatte der Bauausschuss bemängelt, dass dafür Bäume fallen müssten. Entweder müsse der Bauherr das Gebäude also verkleinern oder es müsse ein anderer Standort ausgemacht werden, hieß es damals. Der Kulturausschuss im März zeigte sich dagegen begeistert von Claassens Angebot, er trug der Verwaltung auf, dann eben nach einem Alternativ-Standort zu schauen.

Ein freies Grundstück nur auf dem Avacon-Gelände

Mädge sagte nun im Rat, dass Stadtbaurätin Heike Gundermann und er im April mit Claassen zusammen gesessen hätten. Ein freies Grundstück sehe die Verwaltung nur auf dem Avacon-Gelände, außerdem habe sie fünf Gebäude für Verkaufsverhandlungen empfohlen. Claassen hatte gegenüber der LZ allerdings deutlich gemacht, dass die Fläche auf dem Avacon-Gelände für sein Projekt zu klein sei. Stattdessen präsentierte er im September einen Entwurf für ein Gebäude im Basteipark. Mit Blick auf die Einschätzung des Landesamtes für Denkmalschutz winkt die Stadt dort aber ab.

Ersatzpflanzungen für zu fällende Bäume

Er sei weiter im Gespräch mit Claassen, sagt Mädge. Bei dem Standort am Werder sei abzuwarten, wie das Gebäude letzlich positioniert werden soll, eventuell müsse man auch in die Tiefe gehen. Vier Bäume müssten vermutlich fallen, für die umfangreiche Ersatzpflanzungen an anderer Stelle erfolgen müssten.

Alternativ-Vorschlag

Warum nicht an den Sülzwiesen?

Eckhard Pols hat sich ebenfalls Gedanken um einen Standort für eine Galerie für die Claassen-Sammlung gemacht. Der Lüneburger CDU-Bundestagsabgeordnete schlägt das östliche Ende der Sülzwiesen in Richtung Lambertiplatz vor. „Da gibt es auch schon Parkplätze. Ist noch am Rande der City und Wohnmobilisten bekommen gleich ein Highlight der Kultur Lüneburgs quasi direkt vor der Tür mit. Eine Bushaltestelle ist auch vorhanden“, argumentiert er.

Von Antje Schäfer