Susanne Stille freut sich auf die Zeit als Privatier. Hannes Leppin übernimmt das Amt des Bauamtsleiters. Foto: t&w

Abschied nach 27 Jahren

Reppenstedt. Niemand kennt die Gebäude und Straßen der Samtgemeinde Gellersen so gut wie sie. Und jeder mit einem Bauvorhaben in der Samtgemeinde musste in den vergangenen Jahrzehnten an ihrem Schreibtisch vorbei. Jetzt geht sie vorzeitig in den Ruhestand: Susanne Stille (59) war mehr als 40 Jahre im öffentlichen Dienst tätig und hat in den vergangenen 27 Jahren als Gellerser Bauamtsleiterin die Entwicklung der Samtgemeinde geprägt. Und zuletzt gestaltete sie als Gemeindedirektorin auch das Gesicht Reppenstedts maßgeblich mit. Nun verabschiedete der Gellerser Samtgemeinderat Stille bei seiner Sitzung am Montagabend im Reppenstedter Rathaus: Die Ratsmitglieder bedachten die scheidende Amtsleiterin mit Dankesreden, Blumen und stehenden Ovationen.

Samtgemeindebürgermeister Steffen Gärtner bezeichnete Susanne Stille als „tragende Säule der Verwaltung“ – und das seit Jahrzehnten unter verschiedenen Rathausleitungen: Gärtner ist nach Werner Allnoch, Wolfgang Albrecht und Josef Röttgers der nun vierte Verwaltungschef seit August 1992, den Stille im Amt miterlebt hat. Stille war zuvor aus der Beitragsabteilung der Stadt Lüneburg nach Gellersen gewechselt, war zunächst für die Belange der Gemeinde Reppenstedt zuständig und übernahm ab 1996 die Leitung des Gellerser Bauamtes.

Europäische Fördermittel für Reppenstedt

Viele Gebäude in Trägerschaft der Samtgemeinde sind in Stilles Amtszeit erst entstanden, angefangen bei den ersten kommunalen Kindergärten oder der neuen Grundschule in Westergellersen. Seit 2013 wirkte Stille auch ehrenamtlich als Gemeindedirektorin in Reppenstedt, vorher als Stellvertreterin. Noch heute freue sie sich, „dass wir für Reppenstedt die europäischen Fördermittel einwerben konnten, um die Ortsdurchfahrt neu zu gestalten“. So waren unter anderem vor sieben Jahren die zwei Kreisverkehre entstanden. Sie hoffe, dass auch die weiteren Pläne noch zur Umsetzung kämen, beispielsweise der Bürgerpark an der Landwehr.

Im LZ-Gespräch sagte Stille auf die Frage, was sie am meisten vermissen werde: „Meine Kollegen und den Umgang mit den Bürgern, auch wenn es manchmal etwas anstregend war ... das hat mir viel gegeben.“ Gleichwohl habe sie sich für den vorzeitigen Ruhestand entschieden. „Ich habe 27 Jahre lang mein Leben um die Arbeit herumgeplant.“ Nun wolle sie die Zeit zum Reisen mit ihrem Mann nutzen, der wegen der häufigen Rats- und Ausschusssitzungen abends ohne sie zu Hause saß. Nach einem Moselbesuch sei als Nächstes ein Rügen-Trip vorgesehen.

„Er muss seinen eigenen Weg gehen“

In den vergangenen Wochen hat Stille auch bereits ihren Nachfolger Hannes Leppin (30) eingearbeitet. Der Verwaltungsfachwirt war zuletzt bei der Samtgemeinde Amelinghausen tätig – im Team der technischen Bauverwaltung. Auf die Frage, welchen Rat sie ihrem Nachfolger für die Amtsführung gibt, sagte sie: „Er muss seinen eigenen Weg gehen.“

Stille war auch Allgemeine Vertreterin des Samtgemeindebürgermeisters. Dieses Amt übernimmt nach einem einstimmigen Beschluss des Samtgemeinderats nun Gellersens Kämmerer Dietmar Meyer. dth