Freitag , 25. September 2020
Drei aus Kalk-Sandstein-Blöcken gemauerte Wände der Arena Lüneburger Land sind voraussichtlich bereits am Freitag bei Sturmböen und Starkregen umgestürtzt. (Foto: t&w)

Unwetter tobt über Arena

Lüneburg. Gestritten haben die Mitglieder des Lüneburger Kreistags in den vergangenen Monaten über die Arena Lüneburger Land, bis die Wände wackelten. Nun sind einige auf der Baustelle an der Lüner Rennbahn umgefallen. Grund war jedoch das Unwetter, das Ende vergangener Woche auch über dem Landkreis Lüneburg tobte. „Starkregen und Sturmböen haben nach unseren Erkenntnissen am Freitag zu den Schäden geführt“, erklärte Arena-Projektleiter Hans-Richard Maul am Dienstag im Hochbauausschuss des Kreistags.

Standfest sind die geklebten Kalk-Sandstein-Mauern dem Verwaltungsmitarbeiter zufolge erst dann, wenn die Decke aufliegt. Doch die fehlt bislang. „Nun werden die Steine weggeräumt und die Wände wieder aufgestellt“, sagte Maul zum weiteren Vorgehen. Für den finanziellen Schaden komme die Versicherung des Rohbauers auf.

Keine Änderungen beim Rahmenterminplan

Hieß es zunächst noch in einer Pressemitteilung des Landkreises, dass sich bislang noch nicht absehen lasse, ob es durch den Sturmschaden zu zeitlichen Verzögerungen komme, gab Projektsteuerer Ronald Wittkopf von der Reese Baumanagement GmbH am Nachmittag Entwarnung: „Beim Rahmenterminplan gibt es keine Änderungen der bisherigen Aussagen.“ Demnach soll der Arena-Bau im Dezember 2020 an den Kreis als Bauherrn übergeben werden. Betreiber Klaus Hoppe darf mit einer Übergabe des Gebäudes an ihn Ende des ersten Quartals 2021 rechnen.

Sechs Punkte der Grünen für ökologische Optimierung

Änderungen dürfte es zumindest dem Willen der Grünen im Kreistag jedoch noch einige geben. Sechs Punkte „zur ökologischen Optimierung der Arena“ haben die Fraktion in einem Antrag zusammengetragen, der am Dienstag im Ausschuss beraten wurde. „Und das sind nur einige Beispiele“, sagte Ausschussmitglied Tanja Bauschke in ihrer Begründung. Demnach soll die Verwaltung beauftragt werden, unter anderem zu prüfen, ob nicht deutlich mehr Photovoltaikmodule auf der Arena installiert werden können, die Nutzung von Regen- als Brauchwasser zu realisieren ist, eine Begrünung der Außenwände konstruktiv möglich wäre und relevante Einsparungen durch eine bessere Dämmung erzielt werden könnten.

Keinen Euro mehr

Bei den meisten anderen Fraktionen stießen diese Vorschläge jedoch nur auf wenig Gegenliebe. „Es ist zu spät, um in das laufende Arena-Verfahren einzugreifen“, sagte etwa Wolfgang Marten (SPD). Und auch Inge Schmidt (CDU) war der Meinung: „Künftig ließen sich solche Punkte berücksichtigen, aber zur Arena gibt es eine klare Beschlusslage. Und die lautet: Fertigbauen für 23 Millionen Euro.“ Und sich im Kreistag auf diesen Preis zu verständigen, sei schon schwierig genug gewesen. „Deshalb sage ich auch für meine Fraktion: Keinen Euro mehr, auch wenn das manchen in der Seele weh tut.“

„Wir können zu diesem Zeitpunkt nicht mehr die Wünsche von 60 Bauherren erfüllen.“ – Hans-Richard Maul, Projektleiter

Deutlich Worte fand auch der Projektleiter. „Wir können zu diesem Zeitpunkt nicht mehr die Wünsche von 60 Bauherren erfüllen“, sagte er mit Blick auf die Anzahl der Mitglieder im Kreistag. Am Ende half auch der Vorschlag des Grünen Rolf Rehfeldt nichts, der den Antrag als Denkanstoß für die Zukunft verstanden wissen wollte. „Vielleicht lässt sich das ein oder andere ja nachrüsten.“ Mit breiter Mehrheit lehnte der Ausschuss den Vorstoß letztlich ab.

Für Bauschke kaum verständlich. „Wir brüsten uns damit ein klimaneutraler Landkreis sein zu wollen, und bekommen das ausgerechnet beim wichtigsten und größten Projekt nicht hin.“

Von Malte Lühr