Ulf Reinhardt. Foto: phs

Grüne nur knapp hinter der CDU

Lüneburg. „Wir haben in den letzten Wochen die 200er-Marke übersprungen und sind jetzt 205“ – das Vorstands-Duo Charlotte Klement und Ulf Reinhardt war bei der Mitgliederversammlung des Stadtverbands der Grünen am Mittwochabend sichtlich stolz. Binnen zwei Jahren gelang es damit, die Mitgliederzahl um 50 Prozent zu steigern, rechnete Reinhardt vor.

Die Grünen liegen damit in der Hansestadt bei den Mitgliederzahlen nur noch knapp hinter der CDU, die 210 Anhänger in ihren Reihen zählt. Allein die SPD ist mit rund 450 Mitgliedern im Ortsverein Lüneburg unangefochten an der Spitze. „Der Trend ist ungebrochen“, erwartet Reinhardt weiteren Zuwachs. Allein in diesem Jahr seien es bereits 45 Mitglieder mehr.

Kommunalwahl im Herbst 2021

Bei den Wählerstimmen hatten sich die Kräfte noch drastischer verschoben. Bei der Europawahl kam die Partei im Stadtgebiet mit 35,36 Prozent auf fast so viele Stimmen wie CDU (18,80 Prozent) und SPD (17,11 Prozent) zusammen erreichten.

Auf ihrer letzten Zusammenkunft in diesem Jahr blickten die Grünen bereits auf das Jahr 2020, das schon ganz im Zeichen der Vorbereitungen für die Kommunalwahl im Herbst 2021 stehen soll. „Der Stadtrat soll deutlich grüner werden“, betonte Fraktionsvorsitzender Ulrich Blanck. Gemeinsam mit den vier Arbeitsgruppen des Ortsverbandes und der Fraktion will der Vorstand im nächsten Jahr die bisherigen Positionen zusammenstellen und auf der Basis das künftige Programm ausarbeiten.

Die Grünen wollen dabei auch deutlich mehr Frauen und Männer auf die Kandidatenlisten bringen. Dabei sollen auch an parteilose Sympathisanten angesprochen werden, deren Fachwissen in die grüne Politik einfließen könne. Auch hier sollen 2020 die entscheidenden Gespräche geführt werden, damit die Liste in den ersten Wochen des Wahljahres aufgestellt werden kann.

Wer folgt auf Oberbürgermeister Mädge?

Der Wahltermin würde planmäßig mit dem der Bundestags- und der Oberbürgermeisterwahl zusammenfallen.“Damit liegt der Fokus bei vielen auf der Bundestagswahl und auf der Frage, wer auf Oberbürgermeister Mädge folgt“, ahnt Blanck. Wen die Grünen hier ins Rennen schicken, wurde an dem Abend mit keiner Silbe thematisiert.

Im nächsten Jahr will der Ortsverband auch ein Bürgerbegehren der niedersächsischen Grünen zur Artenvielfalt unterstützen. „Da können wir unsere Kampagnefähigkeit testen“, unterstrich Reinhardt.

Inhaltlich Druck machen wollen die Grünen insbesondere beim Stadtentwicklungskonzept, das nicht verwässert, sondern mit einer intensiven Bürgerbeteiligung anlaufen müsse. Ihr baupolitischer Sprecher Wolf von Nordheim sieht beim Thema „den politischen Kitt von Jamaika“ – dem Bündnis von Grünen, CDU und FDP im Stadtrat.

Von Marc Rath