Zu viel, zu laut und zu schnell – Stefan Holzapfel klagt über den Autoverkehr in der Scharnhorststraße. (Foto: us)

Das Dauerrumpeln

Lüneburg. Es rumpelt ordentlich. Etwa jede zweite Minute, im Rhythmus der Ampelschaltungen, rauscht ein ganzer Schwung Autos durch die Scharnhorststraße, der Lä rmpegel steigt erheblich. „Das ist noch gar nichts“, sagt Stefan Holzapfel. „Sie müssen das mal morgens oder gegen Feierabend erleben.“ Seit langem sorgt der Autoverkehr bei Anwohnern für Verdruss, nun fordert Holzapfel von der Stadt Maßnahmen. Dabei hat er auch die Straße Munstermannskamp in den Blick genommen.

„Kein Wunder, dass die Autofahrer lieber die Scharnhorststraße nutzen. Der Munstermannskamp ist inzwischen zu einem künstlichen Nadelöhr geworden“, sagt Stefan Holzapfel. Für ihn ist unverständlich, wa­rum dort eine Parkreihe eingerichtet wurde, die auf beiden Seiten regelmäßig für stockenden Verkehr sorge. Außerdem stehen auf dieser Strecke zwischen Uelzener und Soltauer Straße vier Ampeln, während Nutzer der Scharnhorststraße nur zwei Ampeln passieren müssen. „Klar, dass die Abkürzung über unsere Straße genommen wird.“

Munstermannskamp sollte Scharnhorststraße entlasten

Das aber war nach den Plänen der Stadt so eigentlich nie vorgesehen, vielmehr sollte die im Juli 1962 fertiggestellte Straße die Scharnhorststraße entlasten, die bis dahin eine wichtige Verbindung zwischen der B 209 Soltau–Lüneburg und der B 4 Uelzen–Lüneburg war. „Die bisherige Verbindung führte über die Scharnhorststraße“, zitiert die LZ im März 1962 das Stadtbauamt in einem Bericht über die neue Straße. Und: „Dieses Straßenstück wird nach Fertigstellung des Munstermannskamps als Bundesstraße aufgehoben.“

Davon will die Verwaltung heute offenbar nichts mehr wissen. Im jüngsten Verkehrsausschuss wich Verkehrsdezernent Markus Moßmann einer diesbezüglichen Frage des Anwohners aus. Zwar sagte Moßmann, dass die Situation der Verwaltung bekannt sei, wies aber zugleich darauf hin, dass die Scharnhorststraße die „Funktion einer Sammelstraße“ habe und eine „zen­trale Achse“ sei – auch wegen des Busverkehrs.

„Dann sollte aber auch der Fahrbahnbelag entsprechend sein“, hält Holzapfel dagegen. Ohnehin findet er die Argumente des Verkehrsdezernenten auf seine Vorschläge, dort unter anderem einen Fahrradschutzstreifen einzurichten, „hanebüchen“. Dafür sei das Verkehrsaufkommen zu gering, erklärte Moßmann in der Sitzung. Auch die Einrichtung eines Durchfahrverbots für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen sei „schwer zu überwachen“. Selbst von einem Tempolimit auf 20 km/h hält Moßmann nichts, dies würde die Taktung der KVG-Busse durcheinanderbringen.

Durchfahrverbot und Parkerlaubnis könnten lindern

Holzapfel hat vor allem einen Wunsch: mehr Ruhe. Dass gerade in den Morgenstunden regelmäßig 40-Tonner mit erhöhter Geschwindigkeit vor seiner Haustür entlangfahren, mag er nicht länger hinnehmen. „Die leeren Anhänger donnern regelrecht durch die Straße“, klagt der 59-Jährige. Er plädiert dafür, diese Straße für diese Fahrzeuge zu sperren.

Und er hat noch einen Vorschlag, „der nicht mal viel kostet“: So sollte das Parkverbot auf der Campus-Seite der Scharnhorststraße aufgehoben werden. „Dies würde den Verkehr schon mal verlangsamen“, ist Holzapfel überzeugt. Außerdem würde es die Parksituation in der Wichernstraße entlasten, die von den dortigen Anwohnern immer wieder beklagt wird.

Dass die Verwaltung die Situation in der Scharnhorststraße im Zuge der Überplanung der Uelzener Straße vom Stern bis zur Universität in den Blick nehmen will (LZ berichtete), reicht Holzapfel nicht. „Das kann Jahre dauern. Jetzt sollte etwas geschehen.“

Einen ersten Lichtblick gibt es immerhin. Seit kurzem steht in der Scharnhorststraße eine Smiley-Tafel mit Geschwindigkeitsanzeige.

Baustelle ab Montag

Teil des Gehwegs wird erneuert

Ein Abschnitt des nördlichen Gehweges an der Scharnhorststraße war Anfang des Jahres saniert worden. Jetzt steht der nächste Abschnitt an. Voraussichtlich ab Montag, 21. Oktober, wird der Bereich zwischen der Scharnhorststraße Nummer 34 und der Einmündung in die Yorckstraße neu gepflastert. Dafür wird der Gehweg auf einer Seite gesperrt, Fußgänger sollen die gegenüberliegende Gehwegseite zu nutzen. Hauseingänge an der Baustelle bleiben aber erreichbar, heißt es von der Stadtverwaltung. Während der Bauphase gilt ein absolutes Halteverbot im Bereich der Straße. Die Arbeiten dauern voraussichtlich knapp vier Wochen. Weitere Bauabschnitte sind für die nächsten Jahre eingeplant, weil die Stadt nicht genug Geld für Gehwege zur Verfügung hat, um die gesamte Straße in einem Stück zu sanieren.

Von Ulf Stüwe