Das traditionelle Brückenschach verbindet auch Generationen. Foto: Röckseisen

Schach für die Brücke

Neuhaus. Vor 30 Jahren zerbröselte die Berliner Mauer, ein Jahr später war Deutschlands Wiedervereinigung vollzogen. Der Jahrestag des Mauerfalls ist für die me isten Menschen ein Grund zum Feiern. Aber die Einwohner des Amtes Neuhaus, die schon zu DDR-Zeiten unter besonderen Schikanen durch die damalige deutsch-deutsche Grenze zu leiden hatten, warten bis heute auf die einst versprochene Elb-Brücke, auf die immer verfügbare Verbindung zu ihrem Landkreis Lüneburg. Die Schachfreunde aus Tripkau, Amt Neuhaus, Scharnebeck und Lüneburg haben für sich eine Zwischenlösung des Problems gefunden: Ein Freundschaftsturnier zwischen Ost und West. Interessierte können noch mitmachen.

Die Schachfreunde müssen zwar lange Wege über die Elbe zu ihren Treffen in Kauf nehmen, aber das tut dem herzlichen Miteinander keinen Abbruch. Seit 1989 treffen sie sich jedes Jahr in Erinnerung an den Mauerfall am 9. November abwechselnd in Tripkau oder Scharnebeck. In diesem Jahr ist es das 31. Treffen, und es findet bereits am Sonnabend, 26. Oktober, statt in Tripkau im Restaurant Zur Pferdetränke, Laaver Straße 9. Beginn ist um 14 Uhr. An dem langen Tisch geht es nicht um ehrgeizige Siege, sondern um Freude am freundschaftlichen Spiel. Gespielt wird traditionell mit den alten Schachbrettern und Figurensätzen der Spielgemeinschaft Tripkau, mit denen die Mannschaften zu DDR-Zeiten sehr erfolgreich waren. Die Leitung hat wie immer Horst Jahnke, seit vielen Jahren Lehrmeister und Seele des Schachspiels in Tripkau.

Sonderkonto füllt sich allmählich

Zum Ausklang des Treffens sitzen die Teilnehmer gemütlich bei „Schachtorten“ (wie immer gebacken von Karin-Ose Röckseisen) und Kaffee, und es werden Erinnerungspokale ausgetauscht, der aus Scharnebeck/Lüneburg handgefertigt aus Porzellan mit aktueller Bemalung ebenfalls von Karin-Ose Röckseisen.

Ganz wichtig bei jedem Treffen sind die Spenden der Teilnehmer für den Bau der Elbbrücke zwischen dem Amt Neuhaus und dem“Rest“ des Landkreises Lüneburg. Inzwischen haben die Schachfreunde die 3000-Euro- Marke auf dem Sonderkonto des Landkreises geknackt – und sie sammeln weiter, bis die Brücke steht.

Teilnehmen kann jede/r, dem die Freundschaft zwischen Menschen östlich und westlich der Elbe wichtig ist und der ein bisschen Schach spielen kann. Interessierte melden sich bitte bei Wolf Jager unter (04131) 405248 oder Horst Jahnke unter (038845) 41565. Aber auch, wer einfach spontan reinschneit, ist herzlich willkommen, heißt es. lz