Blaumeise
Der Bestand der Blaumeise ist erneut gefährdert. (Foto: nabu)

Große Sorge um die Blaumeisen

Bei der jüngsten „Stunde der Gartenvögel“ wurden weniger Blaumeisen beobachtet. Eine von einem Bakterium ausgelöste Epidemie hat die Gartenvögel zugesetzt.  Um herauszufinden, ob das ein einmaliges Ereignis war oder der Beginn eines jährlich wiederkehrenden Problems ist, bittet der Nabu, Beobachtungen  zu melden.

Lüneburg. Im vergangenen Frühjahr war in weiten Teilen Deutschlands eine vom Bakterium Suttonella ornithocola ausgelöste Epidemie aufgetreten, der Tausende Blaumeisen zum Opfer fielen. Bis Jahresende wurden über ein daraufhin eingerichtetes Formular mehr als 24.000 Verdachtsmeldungen dieser Epidemie an den Nabu gemeldet. Mehr als 400 tote Vögel wurden untersucht, ziemlich genau die Hälfte der beprobten Tiere ist an einer Infektion mit dem in Deutschland neuartigen Bakterium gestorben. Bei der jüngsten „Stunde der Gartenvögel“ wurden entsprechend weniger Blaumeisen beobachtet. Hotspots in Niedersachsen waren die Landkreise Ammerland, Oldenburg und Osterholz.

Erste Verdachtsmeldungen, die zu den typischen Symptomen der Krankheit passen, sind nun auch dieses Frühjahr schon beim Nabu eingegangen. In der Region wurden besonders im Landkreis Lüchow-Dannenberg zahlreiche kranke oder verstorbene Blaumeisen und auch andere kranke Kleinvögel beobachtet. Aus den Kreisen Uelzen und Celle sind bislang kaum Meldungen eingegangen. „Die Tiere fallen dadurch auf, dass sie nicht mehr auf ihre Umwelt reagieren, apathisch und aufgeplustert auf dem Boden sitzen und nicht vor Menschen fliehen. Oft wirken die Vögel, als hätten sie Atemprobleme. Augen, Schnabel und Teile des Federkleids sind häufig verklebt“, erklärt Andrea Pohlen von der Nabu-Regionalgeschäftsstelle Heide-Wendland.

Um herauszufinden, ob die Epidemie des vergangenen Jahres ein einmaliges Ereignis war oder der Beginn eines jährlich wiederkehrenden Problems ist, bittet der Nabu, Beobachtungen unter www.nabu.de/meisensterben zu melden.

Hygiene wichtig an den Futterstellen

Grundsätzlich gilt, an Futter- und Wasserstellen auf Sauberkeit zu achten, „damit sich die Tiere beim Körnerholen oder Wassertrinken nicht gegenseitig mit Krankheiten anstecken können“, macht Pohlen auf die notwendige Hygiene aufmerksam. „In der Brutzeit holen sich die Vögel gern einen Leckerbissen an der Futtersäule ab. Das ist auch kein Problem, solange das Futter sauber ist und die Vögel nicht mit dem gesamten Futter in Kontakt kommen können“. Naturnahe Gärten und Grünflächen unterstützen zudem ganzjährig die Vögel bei der Nahrungssuche. Der Nabu weist auch schon auf die „Stunde der Gartenvögel“, die große Mitmachaktion vom 13. bis 16. Mai hin. Mehr Informationen auf www.stunde-der-gartenvoegel.de. lz

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