Freitag , 30. Oktober 2020
Rechts und links wird gebaut, dazwischen gerast. Doch das soll bald ein Ende haben. Da gegenüber der jüngsten Siedlungserweiterung in Steddorf jetzt das neue Wohngebiet „Kuhlfeld“ entsteht, ist in diesem Bereich eine Verkehrsinsel als Querungshilfe für Fußgänger und Radfahrer geplant. (Foto: phs)

Der Ärger kommt mit 80 Sachen

Steddorf. Der Ärger rauscht bisweilen mit 80 Kilometern pro Stunde durch Steddorf: Autofahrer, die es mit der Verkehrsordnung nicht so genau nehmen, „sie rasen einfach ins Dorf“, beklagt Ortsvorsteher Andreas Meyer. Und das nicht erst seit gestern.

Doch inzwischen wurde das Leid der Steddorfer erhört: Noch in diesem Jahr sollen Maßnahmen zur Umgestaltung der Ortsdurchfahrt in Angriff genommen werden. Die erste Ausschreibung habe zwar zu keiner Angebotsabgabe geführt, erklärt Bienenbüttels Bürgermeister Merlin Franke, ein zweiter Versuch brachte nun Ergebnisse.

Was genau wird sich also in Steddorf verändern? Da gegenüber der jüngsten Siedlungserweiterung „Wellbruch II“ das neue Wohngebiet „Kuhlfeld“ entsteht, wird in diesem Bereich eine Verkehrsinsel als Überquerungshilfe für Fußgänger und Radfahrer eingebaut. Meyer hofft, dass das auch zur Verkehrsberuhigung beiträgt. Darüber hinaus will die Gemeinde die Ortsdurchfahrt im alten Dorf mit einer neuen Asphaltschicht versehen und beim Landkreis Uelzen beantragen, dass dieser auch die Steddorfer Straße in Höhe der Baugebiete zur Ortsdurchfahrt erklärt. Dann gilt dort, auch nach den Bauarbeiten, Tempo 50.

Die „Rennpiste“ durch Steddorf steht schon länger unter Beobachtung. Der Landkreis hatte dort im Zeitraum vom 15. bis zum 21. Januar sowie vom 9. bis zum 15. Juli eine mobile Blitzeranlage installiert. Das Ergebnis: 156 Fotos für Verkehrssünder im Januar, 66 im Juli. Die höchste gemessene Geschwindigkeit lag in beiden Monaten über 80 Stundenkilometern – und zwar innerorts.

Auch Fußweg wird saniert, Laternen werden erneuert

Im Zuge der Dorferneuerung sind aber nicht nur Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung geplant. Der Fußweg entlang der Steddorfer Straße soll saniert, die Straßenbeleuchtung erneuert werden. Zudem will die Gemeinde Bushaltebuchten in Steddorf zurückbauen und durch sogenannte Buskaps ersetzen lassen. Die Busse halten dann künftig auf der Straße.

Rund 1,25 Millionen Euro sind dafür im kommunalen Haushalt vorgesehen. Kein Pappenstil, denn es ist eine Summe, die das wirtschaftlichste Angebot zusammen mit den Kosten für die Ingenieursleistung um rund 100 000 Euro übersteigt. Wie also das Loch schließen? Wie Merlin Franke berichtet, werde man zur Rettung der Dorferneuerung in Steddorf die geplante neue Bushaltestelle am Elsternweg in Neu Steddorf streichen. „Diese kann man sehr wahrscheinlich noch mit anderen Mitteln zu einem späteren Zeitpunkt fördern“, sagt er.

Dass Steddorf von der Dorferneuerung profitiert, sei ihm persönlich wichtig – gerade, weil dort die Siedlungsentwicklung „zum Wohle aller anderen Ortsteile“ in den zurückliegenden Jahren stark vorangetrieben worden sei. Franke: „Das sind wir den Steddorferinnen und Steddorfern schuldig.“

Von Anna Petersen