Samstag , 19. September 2020
Norbert Bernholt (l.) und Horst Jäger freuen sich auf die Wandelwoche. Die dritte Auflage startet am kommenden Sonnabend, 19. Oktober. (Foto: t&w)

Verzicht als Gewinn schmackhaft machen

Lüneburg. Das Ziel ist nicht gerade bescheiden: Zeigen, dass ein gutes Leben für alle möglich ist, wollen die Initiatoren der nunmehr dritten Wandelwoche in Lüneburg. Die rund 60 Veranstaltungen stehen in diesem Jahr unter dem Motto „Weniger ist mehr“. Das klingt im ersten Moment nach Verzicht, ist also eher negativ behaftet, weiß Mitorganisator Norbert Bernholt, macht aber deutlich: „Wir wollen zeigen, dass weniger Konsum auch ein Mehr an Lebensqualität bedeuten kann.“

Die Wandelwoche soll erneut einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit in der Kommune leisten. In der Zeit vom 19. bis zum 26. Oktober finden in ganz Lüneburg Aktionen von insgesamt 25 Initiativen statt. Einige Veranstaltungen liegen Bernholt und seinem Kollegen Horst Jäger dabei besonders am Herzen.

Ein Apfelbaum voller Wünsche

Zum Auftakt wird am Sonnabend gegen 12 Uhr am „Museum der Zukunft“, Papenstraße 15, ein Apfelbaum gepflanzt. „Er soll eine Anlaufstelle für die Wünsche der Lüneburger werden“, sagt Jäger: „An das Gestell, das um den Stamm angebracht wird, kann jeder einen Zettel mit seinen Anregungen hängen.“

Auch die Theaterperformance „Lüneburg 2040“, die am Sonnabend, 19., Sonntag, 20., und Freitag, 25. Oktober, im Museum Lüneburg aufgeführt wird, sei etwas ganz Besonderes. „Dafür haben sich Senioren und Jugendliche getroffen und generationsübergreifend überlegt, wie Lüneburg 2040 aussehen soll“, sagt Bernholt. Die Idee eines „enkeltauglichen“ Lüneburgs, wie Bernholt es nennt, könne bei der Theaterperformance hautnah erlebt werden.

Bei einer Podiumsdiskussion am Freitag, 25. Oktober, spricht unter anderem Oberbürgermeister Ulrich Mädge darüber, was die Stadt für ein besseres Leben in Lüneburg tun kann. Eine Vision für Lüneburg 2030 soll an diesem Abend diskutiert werden: „Da muss die Stadt richtig Farbe bekennen und den Zuhörern erklären, wie die Veränderungen aussehen werden“, sagt Jäger.

Ausstellung zeigt ökologische Auswirkungen des Konsums

An dem darauffolgenden „Zukunftstag“ am Sonnabend, 26. Oktober, sind dann alle Bürger eingeladen, diese Vision selbst zu gestalten. „Außerdem wollen wir am Zukunftstag diskutieren, ob wir es schaffen können, Lüneburg in eine 2000-Watt-Stadt zu verwandeln“, meint Jäger. Diese Aktion läuft bereits in einigen Städten in Deutschland und der Schweiz, mit dem Ziel, die verbrauchte Watt-Zahl pro Person in einer Stadt zu reduzieren.

Zuletzt empfiehlt Bernholt allen Besuchern die Ausstellung „Weniger ist mehr“, die von Montag, 21., bis Sonnabend, 26. Oktober, im Glockenhaus besichtigt werden kann. Sie zeigt die ökologischen Auswirkungen des Konsumverhaltens und will „Lust auf Weniger“ machen: „In der Ausstellung kann man sehr viel selbst ausprobieren, da geht es nicht nur ums Anschauen.“

Das vollständige Programmheft liegt im Mosaique an der Katzenstraße und in der Tourist-Info am Marktplatz aus, eine Übersicht über alle Veranstaltungen gibt es auf wandelwoche-lueneburg.de.

von Lilly von Consbruch