Montag , 28. September 2020
Stadtbaurätin Heike Gundermann (l.) und Monika Scherf, Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung in Lüneburg, sehen sich die Pläne für das Rückhaltebecken an. Foto: Hansestadt Lüneburg

Ein Stück Natur im Neubaugebiet

Lüneburg. Die Arbeiten für einen Abwasserkana an der nördlichen Peripherie des Hanseviertels sind gerade abgeschlossen. Kommende Woche beginnt die Stadt nun mit dem Bau eines Regenwasserrückhaltebeckens. Dorthin soll Wasser geleitet werden, dass nicht im Hanseviertel-Ost versickern kann. Die Sparkassen Hanse Immobilien GmbH (SHI), die Erschließungsträger für das jetzt an den Start gehende Neubaugebiet ist, und die Stadt werden außerdem das Areal zwischen Meisterweg, Ostumgehung und der Bahnlinie nach Bleckede vom Land kaufen. Der Deal ist so gut wie perfekt. Damit soll auch die grüne Lunge des Hanseviertels laut Stadt dauerhaft erhalten bleiben.

16,5 Hektar groß ist die Fläche. Auf dem hinteren Teil unmittelbar vor der Ostumgehung wird die 8000 Quadratmeter große Beckenanlage entstehen, zum Teil eingezäunt. Notwendig ist deren Bau, weil ein Großteil der Flächen im Hanseviertel-Ost keinen versickerungsfähigen Boden haben. Deshalb prüfte die Stadt bereits 2016 mehrere Entwässerungsalternativen, letztendlich plädierte man aus technischen und finanziellen Gründen für die Variante, die nun umgesetzt wird. Die SHI als Erschließungsträger ist für den Bau zuständig und wird Anlage und Grundstück nach der Fertigstellung an die Stadt übertragen.

Fläche wird künftig eingezäunt sein

Die von der Stadt erworbene Fläche (zirka 7,5 Hektar) soll laut Stadtbaurätin Heike Gundermann als Grünland und Biotop dauerhaft erhalten bleiben. „Hier wächst unter anderem die wertvolle Rentierflechte, die von der ursprünglichen Fläche des Stadtplatzes auf diese Fläche umgesiedelt werden musste und die unter besonderem Schutz steht. Diese Fläche wird künftig eingezäunt sein.“ Die anderen Flächen sollen laut Stadt und SHI künftig von den Bürgern des Hanseviertels zur Naherholung genutzt werden können.

Mit dem Aushub für das Regenwasserrückhaltebecken, dessen Anschluss an die Kanäle parallel vorbereitet wird, soll zwar in der kommenden Woche starten – und das, obwohl die Flächen den Besitzer noch nicht offiziell gewechselt haben. „Der Notartermin ist aus organisatorischen Gründen erst für Ende Oktober angesetzt. Allerdings gibt es eine vorzeitige Besitzüberlassung, damit die Arbeiten noch vor dem Winter durchgeführt werden können“, erläuterte Monika Scherf, Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung in Lüneburg. Als Domänenverwaltung betreut ihr Amt im Auftrag des Landes rund 19 000 Hektar landwirtschaftlich genutzte Äcker, Wiesen, Naturschutzflächen und Gewässer, ist auch für Verpachtung und Verkauf zuständig, wie nun auch bei den grünen Flächen an der Peripherie des Hanseviertels.

Von Antje Schäfer