Sonntag , 27. September 2020
Das Zusammenwirken von Wald und Wasser verdeutlichen Frau Wasser und Herr Wald mit ihrer Performance. Foto: t&w/A

Vielseitige Laubbäume

Mechtersen. Es ist ein Beitrag für mehr Artenvielfalt. Ein Beitrag, um ein größeres Bewusstsein für den Lebens- und Rohstoffspender Wald zu erzeugen. Und vor allem ein Beitrag für eine bessere Grundwasserbildung. Schon seit 2007 gibt es das Projekt LZ-Blätterwald. Die schon 14. Auflage soll am Sonntag, 3. November, in Mechtersen (Samtgemeinde Bardowick) stattfinden.

Mitmachen kann jeder. Egal, ob alt oder jung. Ob allein, mit der Familie, mit Freunden oder Nachbarn, dem Verein oder der Firma. So viele Baumsetzlinge wie möglich sollen ab 12 Uhr bei einem Pflanzfest in einem Waldstück am Dachtmisser Berg in die Erde gebracht werden. Ziel ist es, das rund einen Hektar große Areal, überwiegend bewachsen von Kiefern, in eine Mischwaldfläche mit hohem Anteil an Laubgehölz umzuwandeln.

Geringe Neubildung von Grundwasser

Warum es gerade in Zeiten des Klimawandels und des knapper werdenden Grundwassers so wichtig ist, Nadelwälder in Mischwälder umzuwandeltn, erklärt Alexander Pillath, Geschäftsführender Vorstand des Vereins Trinkwasserwald, längjähriger Partner der LZ beim Projekt Blätterwald.

Der Wald spiele, so Pillath, als freie, weitgehend unbelastete Sickerfläche für Niederschläge, etwa Nebel, Regen-, Schnee- und Hagel, eine zentrale Rolle. Pillath: „Aber: Nadel- und Laubwälder verhalten sich in Bezug auf die Grundwasserbildung sehr unterschiedlich. Die Wasserqualität und der so genannte Grundwassereintrag sind unter Nadelbäumen deutlich geringer als unter Laubbäumen.“

Das liege unter anderem an der rauen Rinde der Nadelbäume und einem dichtem Grasfilz am Boden, der wie ein Schwamm das Wasser aufsaugt. Die Folge sei eine geringe Neubildung von Grundwasser.

Treue Hauptunterstützer

Pillath: „In Laubwäldern hingegen sickert viel Wasser in den Waldboden: Die Bäume tragen im Winter kein Laub, und der Regen fällt direkt auf den Boden. Zudem lässt die glatte Baumrinde bei vielen Laubbäumen das Wasser schnell zum Boden abfließen.“ So bilde sich in Laubwäldern mehr neues Grundwasser als im Nadelwald – und zwar pro Hektar und Jahr 800.000 Liter mehr als im Nadelwald, erklärt der Experte. Der Effekt trete nach etwa zehn Jahren ein.

Zahlreiche Menschen aus Stadt und Landkreis haben in den letzten Tagen bereits ihre Bereitschaft erklärt, das Projekt Blätterwald am 3. November zu unterstützen, haben sich gemeldet, um selbst zu pflanzen und auch zu spenden.

Die Basis für die Aktion bilden aber die treuen Hauptunterstützer, die jeweils namhafte Beträge beisteuern, für die Tausende Setzlinge angekauft werden. Wieder mit dabei sind die Firmen DBL W. Marwitz Textilpflege und Bockelmann Holz, zum zweiten Mal beteiligt sich die Coca-Cola European Partners in Lüneburg. Auch die Sparda Bank Hamburg mit ihrer Filiale Lüneburg ist in diesem Jahr als ein großer Unterstützer dabei.

Von Ingo Petersen

Mitmachen

Baumpate werden…

… für eine Spende von fünf Euro pro Baum: Für jede Baumspende wird durch die Gemeinschaft ein Laubbaum gepflanzt – inklusive Wildschutz und Anwuchsgarantie.

Dabei hat jeder die Möglichkeit, seine Bäume beim Pflanzfest selbst in die Erde zu bringen. Wer sich für den LZ-Blätterwald engagieren möchte, schreibt eine E-Mail (Betreff: Blätterwald) an die Gemeinschaftsadresse von LZ und Trinkwasserwald (wald@landeszeitung.de) oder eine Karte an die LZ-Redaktion, Am Sande 18, 21335 Lüneburg. Unbedingt angeben: Name, Anschrift, Telefon, die Zahl der gewünschten Baumpatenschaften (5 Euro pro Patenschaft), ob und mit wie vielen Personen Sie persönlich teilnehmen. Spenden in bar beim Pflanzfest oder vorab per Überweisung an den Verein Trinkwasserwald, Kennwort „LZ-Blätterwald“, bei der Sparkasse Lüneburg, IBAN: DE 52 2405 0110 0000 634030.