Sonntag , 27. September 2020
Artus Knabe, Christian Schaper und Hans-Joachim Schröder (v.l.) brechen am kommenden Dienstag mit dem Fahrrad nach Amsterdam auf, um dort Schokolade abzuholen – ganz emissionsfrei. (Foto: be)

Für Schokolade nach Amsterdam

Lüneburg. In vier Etappen geht es mit Lastenfahrrädern rund 440 Kilometer nach Amsterdam und dann 440 Kilometer zurück. Innerhalb von neun Tagen wollen die Lüneburger wieder in der Heimat sein, dann mit jeweils 20 Kilo Schokolade im Gepäck. Keine reine Jux-Tour, sondern eine mit Hintergedanken angesichts des Klimawandels: „Wir wollen umweltfreundliche und fair gehandelte Schokolade, die mit dem Segelschiff ‚Tres Hombres‘ aus der Karibik nach Amsterdam gebracht wurde, auf dem letzten Stück emissionsfrei transportieren“, berichtet Hans-Joachim Schröder, einer der „Schoko­fahrer“.

Die Süßigkeiten wurden nachhaltig produziert. Die Schokoladenfabrik „Chocolate Makers“ in Amsterdam beziehe ihren Strom von Solaranlagen auf dem Dach. Die Tafeln werden in ganz Deutschland verkauft, in Lüneburg im Biomarkt Vitalis. Das Besondere: Sie kommen nicht etwa mit dem Lkw bundesweit in die Läden, sondern stets per Fahrrad. Zwei Mal im Jahr, immer einmal im Frühjahr und einmal im Herbst, werden die Tafeln aus den Niederlanden abgeholt. Mitradeln kann jeder, der Lust hat. Zum ersten Mal mit dabei sind diesmal die Lüneburger Artus Knabe, Christian Schaper und Hans-Joachim Schröder, alle drei leidenschaftliche Fahrradfahrer. Knabe erzählt: „Ich bin mittlerweile ganz auf das Fahrrad umgestiegen und habe mein Auto abgeschafft.“

Übernachtung in Jugendherbergen und Bauwagen

Zunächst geht es von Lüneburg nach Bremen, um andere „Schokofahrer“ zu treffen und um einen Schwenker um die Heide zu machen, die für Fahrräder nicht besonders gut befahrbar sei. In Jugendherbergen und Bauwagenquartieren übernachten die Teilnehmer. Wind und schlechtes Wetter nehmen die Lüneburger in Kauf: „Es muss gefahren werden, das ist unser Versprechen. Mit genügend Klamottenschichten geht das schon“, sagt Schröder.

Auch die Schokolade muss wetterfest eingepackt werden, damit sie für die Kunden auch noch schön aussieht, wenn sie beim Händler ankommt. Die Verpackung ist natürlich aus umweltfreundlichem Papier. Was die Schokolade von anderen unterscheidet? Knabe sagt: „Sie schmeckt nicht anders, aber sie ist besonders.“ Nicht ganz so süß, dafür mit einer kleinen Prise Salz verfeinert.

„Unsere Motivation ist es auch, aufzuzeigen, wie viele Möglichkeiten in Lastenrädern stecken.“ – Hans-Joachim Schröder

„Wir hoffen, dass sich die Radfahrer demnächst besser vernetzen, sodass jeder vielleicht nur noch die Hälfte zurücklegen muss. Zum Beispiel die Bremer nach Amsterdam und zurück – und wir fahren dann von Lüneburg nach Bremen“, sagt Schaper. Schröder ergänzt: „Unsere Motivation ist es auch, aufzuzeigen, wie viele Möglichkeiten in Lastenrädern stecken – egal ob man Waren wie Schokolade von A nach B fährt oder seine Kinder. Man kann auch seinen privaten Wochenendeinkauf gut darin transportieren, im Vergleich zu einem kleinen Fahrradkorb zum Beispiel.“ Knabe findet: „Es ist eine Radtour mit Mehrwert.“

Mehr Informationen zum Thema gibt es unter www.schokofahrt.de im Internet.

Von Lorena Zapke