Freitag , 25. September 2020
Leer wird es im Adendorfer Eisstadion noch bis Ende November bleiben. Das Gutachten zum Schaden an der Kälteanlage liegt vor. Dennoch gibt es noch Unklarheiten. So ist nicht geklärt, wer am Ende für die Kosten der aufwändigen Reparatur aufkommt. (Foto: be)

„Falsch gelieferte Komponenten“

Adendorf. Die Vorbereitungen für die Reparatur der Kälteanlage des Adendorfer Eisstadions am Scharnebecker Weg gehen weiter: Am Montagabend beauftragte der Verwaltungsausschuss der Gemeinde die Verwaltung damit, die notwendigen Arbeiten, mit Unterstützung des Fachplaners, auszuschreiben und die notwendigen Arbeiten anschließend auch in Auftrag zu geben.
Wichtig für die Eishockeyteams des Adendorfer EC und die vielen Tausend Eislauffans in Adendorf und im weiten Umkreis: „Der Eröffnungstermin am 30. November steht weiterhin“, sagt Matthias Gierke, allgemeiner Vertreter von Bürgermeister Thomas Maack. Regulär öffnet das Stadion immer Anfang Oktober – dieser Termin war schon vor Wochen verschoben worden.

Heute oder morgen, so berichtet Gierke, sollen die Ausschreibungen der verschiedenen Leistungen an die Unternehmen herausgehen. Vergeben werden sollen die Arbeiten in einem verkürzten Ausschreibungsverfahren, das mit dem Rechnungsprüfungsamt des Landkreises Lüneburg abgestimmt ist, versichert der Verwaltungsmitarbeiter. Er ist als Kämmerer auch für die Finanzen der Gemeinde zuständig.

Betrag im sechsstelligen Bereich

„Wir gehen davon aus, dass die Arbeiten am Eisstadion spätestens Anfang November beginnen können“, sagt Gierke. Obwohl das in Auftrag gegebene Gutachten, das die Ursache für den Schaden an der Kälteanlage klären soll, inzwischen vorliegt, sei aber manches auch noch unklar. Das Gutachten weise darauf hin, dass „falsch gelieferte Komponenten für die Kühlanlage“ den Schaden verursacht haben.

Noch ist nicht klar, wer am Ende für die Kosten der aufwändigen Reparatur aufkommt. Kämmerer Gierke: „Ob und in welcher Höhe Versicherungsleistungen in Anspruch genommen werden können, ist noch in der Prüfung.“ Unabhängig davon nimmt er in diesen Tagen alle Positionen des aktuellen Adendorfer Haushalts für das laufende Jahr noch einmal unter die Lupe, um zu sehen, wo Einsparungen möglich sind. Und er hat auch die in diesem Jahr noch zu erwartenden Einnahmen besonders genau im Blick.

Die Kosten für die Arbeiten beziffert Matthias Gierke weiterhin auf einen Betrag „im sechsstelligen Bereich, im unteren sechsstelligen Bereich.“

Vor drei Wochen hatte die Gemeinde alle Eislauffans mit der Nachricht aufgeschreckt, dass bei Wartungsarbeiten im Laufe des Juli Schäden an der Kälteanlage des Eisstadions zu Tage getreten waren. In der Anlage, die mit Hilfe von Ammoniak für das Eis im Stadion sorgt, waren „Stoffe festgestellt worden, die da nicht hingehören“, hatte Holger Schölzel, als Fachbereichsleiter für das Eisstadion zuständig, damals berichtet.

Die Bedeutung des Adendorfer Eisstadions, das 1976 eröffnet und 1986 komplett überdacht wurde, geht weit über die Gemeinde hinaus. Konkret heißt das: Von rund 80 000 Besuchern, die pro Jahr ins Stadion kommen, stammen nach einer Erhebung nur elf Prozent aus der Gemeinde Adendorf, die restlichen aus dem näheren und weiteren Umkreis.

Von Ingo Petersen