Montag , 28. September 2020
Egbert Bolmerg sitzt künftig als fraktionsloser Abgeordneter im Kreistag. (Foto: t&w)

Zu wenig Teamwork in der Fraktion

Lüneburg. Seit 2016 saß Egbert Bolmerg in den Reihen der Kreistagsfraktion der Grünen, bei der Sondersitzung des Gremiums zur Arena Lüneburger Land nahm er jedoch an anderer Stelle Platz. Bereits am 21. August hatte Bolmerg Landrat Manfred Nahrstedt seinen Austritt aus der Grünen-Fraktion schriftlich mitgeteilt, inzwischen ist der Barnstedter auch aus der Partei ausgetreten. Dem Kreistag wird er als partei- und fraktionsloser Abgeordneter weiter angehören.

Im Gespräch mit der LZ sagte Bolmerg: „Mit der Arena Lüneburger Land hat meine Entscheidung nichts zu tun.“ Er habe es vielmehr als positiv empfunden, dass jeder Grüne nach eigenem Ermessen abstimmen konnte. Was ihm jedoch nicht gefallen hat, war die Zusammenarbeit, genauer das Miteinander, in der Grünen-Fraktion. „Ich habe früh angemerkt, dass wir daran arbeiten müssen“, sagt Bolmerg. Getan habe sich nichts.

„Beruflich bin ich eine andere Form der Zusammenarbeit gewohnt, die ich auch lebe“, sagt der Barnstedter weiter. Als konsequent denkender und handelnder Mensch sei für ihn der Punkt erreicht gewesen, der Fraktion den Rücken zu kehren. In der Folge hat er auch sein grünes Parteibuch abgegeben. „Für mich folgt das einer inneren Logik“, sagt Bolmerg.

Gleichwohl stehe er den Inhalten grüner Politik weiterhin nahe, sieht deshalb auch keine Notwendigkeit, sein Kreistagsmandat zurückzugeben. „Ich vertrete immer noch dieselben Überzeugungen und stehe für dieselben politischen Werte.“ Als fraktionsloser Abgeordneter stünden ihm künftig deutlich mehr Wege für die überparteiliche Zusammenarbeit offen. „Schließlich kann ich jede Fraktion offen ansprechen, beziehungsweise eine Kooperation bei Themen, die mir wichtig sind, vorschlagen.“ ml