Mittwoch , 28. Oktober 2020
Die Sporthalle am Spillbrunnenweg: Bis hinunter auf den Beton ist die komplette Fußbodenkonstruktion demontiert, der Boden wird getrocknet. (Foto: Landkreis Lüneburg)

Schwere Schäden durch Hagel und Regen

Lüneburg. Einmal war es Starkregen, einmal war es ein Hagelschauer: Der Landkreis Lüneburg hatte in diesem Sommer seine liebe Last mit dem Wetter: Wegen eines starken Wassereinbruchs ist die Sporthalle am Schwalbenberg im Spillbrunnenweg schon seit Ende Juli gesperrt und wird das wohl noch für ein Jahr bleiben.

Ein Hagelschauer demolierte am Schulzentrum Scharnebeck wenig später ein Dach zwischen dem neuen Fachklassentrakt und der Sporthalle, dieser Schaden ist mittlerweile behoben. Über beide Schäden berichtete Detlef Beyer von der Gebäudewirtschaft des Landkreises Lüneburg in der jüngsten Sitzung des Kreistagsausschusses für Hochbau und Energiesparmaßnahmen.

Die Kanalisation war überfordert

Es goss wie aus Eimern, Straßen standen unter Wasser, und damit erwischte es am 29. Juli auch die Sporthalle am Schwalbenberg: Die Kanalisation war überfordert, das Wasser drückte die Gullydeckel nach oben, durch die Türen lief das Wasser in die Halle. Zusätzlich drückte Wasser in den Sanitärbereichen von unten in die Räume.

Am Ende stand die Dreifeld-Sporthalle komplett unter Wasser. Um die Schäden zu beheben, sind Planer und Handwerker dort seitdem aktiv: In der Halle selbst musste die komplette Fußbodenkonstruktion einschließlich des Sportbodens demontiert werden. Der Betonboden wird jetzt getrocknet. In den gefliesten Bereichen wurden die Böden angebohrt, auch hier wird getrocknet.

BBS-Schüler müssen improvisieren

Für die komplette Sanierung und den Wiederaufbau des ausgebauten Materials veranschlagt Detlef Beyer „ein gutes Jahr“. Ein Jahr, in dem die Ende 2001 eingeweihte Halle nicht von den Schülerinnen und Schülern der Berufsbildenden Schulen und dem Vereinssport genutzt werden kann.

Während der Vereinssport in die im Sommer 2018 fertiggestellte Zweifeld-Sporthalle am Schierbrunnen ausweichen kann, wird es für den Sport der Berufsbildenden Schulen schwieriger. Nachdem sich die Hallensituation für sie durch die neue Halle am Schierbrunnen gerade entspannt hatte, müssen sich die Berufsbildenden Schulen jetzt wieder eine Halle teilen. Improvisation ist gefragt.

Ähnlich dramatisch wie am Schwalbenberg sah es am 31. Juli am Schulzentrum Scharnebeck aus. Ein Hagelschauer prasselte auf die Gebäude, die Hagelkörner türmten sich bis zu einem Meter hoch auf einem Zwischendach zwischen dem neuen Fachklassentrakt und der großen Sporthalle.

Elementarschadenversicherung wird wohl zahlen

Die Fallrohre seien durch das abfließende Wasser völlig überfordert gewesen, berichtet Detlef Beyer. Die Rohre verstopften, die Dachkonstruktion des Zwischendachs einschließlich der Deckenplatten beulte sich bedenklich nach innen. Die fälligen Reparaturarbeiten wurden zunächst provisorisch durchgeführt, sind inzwischen aber erledigt, so Beyer.

Glück im Unglück: In beiden Fällen dürften auf den Landkreis keine Kosten zukommen – für beide Gebäude war eine Elementarschadenversicherung abgeschlossen worden: „Wir gehen davon aus, dass der Schaden am Schwalbenberg von der Gebäudeversicherung gedeckt ist“, sagt Detlef Beyer. Noch weiter ist der Landkreis in Scharnebeck, wo der Schaden in Absprache mit der Versicherung abgewickelt wurde. Die Schadenshöhe steht in beiden Fällen noch nicht genau fest.

Von Ingo Petersen