Zwischen dem Bardowicker Bahnhof und dem Ortsausgang nach Vögelsen verlegen Arbeiter eine neue Trinkwasserleitung. (Foto: t&w)

Frische Leitungen für frisches Wasser

Bardowick. Vier Jahrzehnte lang hat die Rohrleitung ihren Dienst verrichtet und die Haushalte am Vögelser Weg zuverlässig mit frischem Trinkwasser versorgt. Doch jetzt sieht der Wasserbeschaffungsverband (WBV) Elbmarsch Handlungsbedarf. Er erneuert die alte, in die Jahre gekommene Trinkwasserhauptleitung zwischen dem Bardowicker Bahnhof und dem Ortsausgang nach Vögelsen auf einer Länge von 900 Metern.

Die in Abschnitte gegliederte Sanierung der Wasserleitung hat begonnen und dauert voraussichtlich bis Ende Oktober. Die Leitung ist Teil eines Ringsystems, das die Orte Adendorf, Bardowick, Vögelsen, Mechtersen und Radbruch mit Trinkwasser versorgt.

Vibrationen sorgen für Verschleiß

„Es hat sich einiges verändert in den vergangenen Jahrzehnten. So wurde beispielsweise in Vögelsen viel gebaut, sodass sich der Mengenbedarf für Trinkwasser erhöht hat“, sagt Jürgen Lütgens, technischer Betriebsleiter beim WBV. Die größere Kapazität wirke sich auf die Leistungsfähigkeit der Rohre aus. Sie stoßen an ihre Grenzen. „Der bisherige Querschnitt reicht für den Wassertransport nicht mehr aus. Deshalb bauen wir Rohre mit einem größeren Querschnitt ein“, berichtet er.

Der Mehrbedarf an Trinkwasser ist nur ein Grund für die Sanierung. „Da die Leitung in der Fahrbahn liegt, ist sie ständig Vibrationen ausgesetzt, welche die auf der Straße rollenden Fahrzeuge verursachen“, erläutert Sven Gabbert, Bauleiter beim WBV. Und das Verkehrsaufkommen auf dem Vögelser Weg ist im Laufe der Zeit größer geworden, ist die Kreisstraße doch eine wichtige und dementsprechend viel befahrene Nord-Süd-Achse.

Zementrohre werden verschlossen

„So bilden sich nach und nach Risse im Rohr, die zu Brüchen führen können.“ Zwei Havarien, wie die Experten vom Beschaffungsverband Rohrbrüche bezeichnen, haben in der Vergangenheit den Beweis geliefert, dass Reparaturbedarf an der Trinkwasserhauptleitung besteht. Vor acht Jahren gab es einen Rohrbruch an der Einmündung in den Radbrucher Weg, später laut Jürgen Lütgens auch noch einen weiteren nahe dem Kindergarten Am Forsthaus.

„Die neuen PVC-Rohre kommen in den Gehweg, abschnittsweise werden diese im weiteren Verlauf der Baumaßnahme mit den Hausanschlüssen verbunden“, sagt Gabbert. Die alten Rohre aus Zement werden verschlossen und verbleiben als Hohlkörper an Ort und Stelle.

Sven Gabbert beziffert die Kosten alleine für den Einbau der neuen Kunststoff-Rohre auf rund 350 000 Euro. Zusätzlich kommen ihm zufolge auf den WBV noch weitere Kosten für die Anbindung der Hausanschlüsse hinzu. „In welcher Höhe steht noch nicht fest“, erklärt er.

11 000 Kilometer Wasserleitung

Der Wasserbeschaffungsverband (WBV) Elbmarsch versorgt Teile der Landkreise Harburg und Lüneburg mit Trinkwasser. Am 13. Februar 1961 wurde er als kommunales Unternehmen in Niedermarschacht gegründet. „Im Gegensatz zu privaten Wasserversorgern haben wir satzungsgemäß keine Gewinnerzielungsabsicht und können daher das Trinkwasser zu einem extrem günstigen Preis anbieten“, heißt es auf der Internetseite des WBV. Fünf Wasserwerke betreibt der Verband im Versorgungsbereich. Alle Leitungen zusammen ergeben eine Länge von rund 11 000 Kilometern, das entspricht der Strecke von Hamburg nach Kapstadt.

Von Stefan Bohlmann