Montag , 28. September 2020
Nicht zu übersehen ist der Rohbau des künftigen Zentralen Bauhofs des Landkreises am Ortsrand von Scharnebeck. (Foto: t&w)

Arbeiten voll im Plan

Embsen/Scharnebeck. Das Fundament ist längst gegossen, Wände sind gemauert, Ständer und Träger, die das Dach tragen sollen, sind eingebaut. B eim Bau des Zentralen Betriebshofs des kreiseigenen Betriebs für Straßenbau und Unterhaltung (SBU) in Scharnebeck, am Ortsausgang in Richtung Lentenau, geht es zügig voran. In der Sitzung des Betriebs- und Straßenbauausschusses des Landkreises in Embsen berichtete SBU-Leiter Jens-Michael Seegers gestern über das Vorhaben.

40 Mitarbeiter, dazu sechs Großfahrzeuge, sechs Sprinter, Pkw und Kleintraktoren sollen im Hauptgebäude des Betriebshofs, wenn die Arbeiten weiter so reibungslos vorangehen, ab dem nächsten Sommer Platz finden. Neben dem Hauptgebäude entstehen eine Remise, ein Heizhaus und ein großes Streusalzlager mit Platz für 1900 Tonnen Salz. Auch die Arbeiten für das Heizhaus sind schon im Gange – rechtzeitig zur kalten Jahreszeit soll es fertiggestellt sein, damit das Hauptgebäude beheizt werden kann und dort wie geplant die Innenarbeiten stattfinden können.

Betriebshof ersetzt zwei Standorte

Der Betrieb Straßenbau und -Unterhaltung ist zuständig für die Planung und Ausführung aller Bau-, Unterhaltungs- und Verkehrssicherungsmaßnahmen an 381 Kilometern Kreisstraßen, dazu 55 Brückenbauwerken und 180 Kilometern Radwegen, die in Trägerschaft des Landkreises Lüneburg sind.

Als für den Standort Embsen feststand, dass dort umfangreiche Sanierungs- und Erweitungsmaßnahmen nötig sind, und sich zeigte, dass am Standort Breetze ein Neubau fällig wäre, fiel die Entscheidung, einen Zentralen Betriebshof zu bauen. Die Wahl fiel auf Scharnebeck. Von dort wird künftig auch der Winterdienst für den gesamten linkselbischen Teil des Landkreises Lüneburg durchgeführt werden.

Der neue Betriebshof führt die bisherigen Standorte Embsen und Breetze zusammen, vier SBU-Mitarbeiter werden weiterhin für den rechtselbischen Landkreis von Neuhaus aus aktiv werden.

Fast ausschließlich Positives hatte SBU-Leiter Seegers aus Scharnebeck zu berichten – allerdings steigen die Kosten. „Die zweite Welle der Ausschreibungen ist gut gelaufen, bis auf zwei Gewerke“, so Seegers. Für die Bereiche Metallbau, Türen und Fenster sowie Kunststofffenster müsse man wohl etwa 200 000 Euro höhere Kosten einrechnen.

Die Kosten für den künftigen Zentralen Betriebshof in Scharnebeck steigen damit auf 9,6 Millionen Euro, nachdem bisher 9,4 Millionen Euro kalkuliert worden waren. Eine erste konkrete Kostenschätzung im Frühjahr 2018 hatte bei 8,6 Millionen Euro gelegen.

Dem gegenüber, erklärte Jens-Michael Seegers, stehen aber seit dem Zeitpunkt des Baubeginns deutlich gesunkene Kreditzinsen. „Außerdem ist der Verkaufserlös aus den beiden Grundstücken in Embsen und Breetze noch völlig offen.“ Vor allem das Grundstück in Embsen mit einer Größe von etwa einem Hektar, „lässt sich bestimmt gut verkaufen. Aber da gibt es noch nichts Konkretes zu berichten“. Seegers weiter: „Ob die Kostensteigerung damit wettgemacht werden kann, lässt sich schwer abschätzen.“

Ob denn alle Ausschreibungen mittlerweile bearbeitet worden seien, wollte Ausschussmitglied Wolfgang Marten (SPD) wissen. „Nur die Außenanlagen fehlen noch“, berichtete SBU-Chef Seegers. Allerdings sei hier mit Kostensteigerungen gegenüber den veranschlagten 600 000 Euro nicht zu rechnen, hätte der zuständige Fachplaner versichert.

Von Ingo Petersen