Donnerstag , 6. August 2020
Lüneburgs Bürgermeister Eduard Kolle (r.) und Narutos Oberbürgermeister Michihiko Izumi pflanzen unter den Augen der Delegation aus Japan zwei weitere Kirschbäume in der Kleingartenkolonie Kirchsteig. (Foto: t&w)

Freundschaft gedeiht prächtig

Lüneburg. Sie sind ein Symbol für die lange und lebendige Freundschaft zwischen Lüneburg und der japanischen Partnerstadt Naruto: die Zierkirschen auf der Wiese des Kleingartenvereins Kirchsteig am Ochtmisser Kirchsteig. Zum 30-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft hatte Naruto jedem Mitglied der Lüneburger Delegation einen Kirschbaum geschenkt – insgesamt 39. Wie sich die Bäume entwickeln, davon machten sich jetzt Vertreter beider Städte ein Bild beim aktuellen Besuch der 23. Freundschaftsdelegation aus Naruto. Gemeinsam pflanzten Narutos Oberbürgermeister Michihiko Izumi und Bürgermeister Eduard Kolle zwei weitere Kirschbäume: „Wir blicken jetzt auf 45 Jahre Städtepartnerschaft zurück“, sagte Kolle, „möge diese Freundschaft wie diese Bäume weiter wachsen und gedeihen.“

Neugierde für die andere Kultur

Vor dem Besuch der Kirschbaumwiese und der dortigen Naruto-Erinnerungstafel hatte Oberbürgermeister Ulrich Mädge die 26-köpfige Delegation gemeinsam mit der Jugenddelegation sowie Schülern des Johanneums bei einem Empfang im Fürstensaal des Rathauses begrüßt, berichtet die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung. „Das gemeinsame Streben nach Völkerverständigung und die Neugierde für die andere Kultur lässt unsere Freundschaft seit den Anfängen stetig wachsen“, betonte Mädge in seiner Rede. Trotz der großen Entfernung beider Städte seien sich die Bürger Lüneburgs und Narutos doch in vielem nah. Das sei vor allem auch der Verdienst der Deutsch-Japanischen sowie der Japanisch-Deutschen Gesellschaft, für deren Engagement Mädge sich bedankte.

500 Euro für die Pflege des Gedenksteins

Als Geschenk an die Gäste überreichte er eine Spende über 500 Euro für die Pflege des Gedenksteins der deutschen Soldaten auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Bando in Naruto. Lange Zeit hatte sich eine japanische Familie um die Pflege des Ehrenmals gekümmert, das an die Gefangenen erinnert, die krankheitsbedingt, insbesondere 1918 in Folge einer Grippeepidemie, während ihrer Zeit im Lager verstarben. Mittlerweile hat sich in Naruto der Verein zur Pflege des Gedenksteins der deutschen Soldaten gegründet – ihn möchte die Hansestadt mit ihrer Spende unterstützen. Auch die Deutsch-Japanische Gesellschaft und ihre Mitglieder unterstützen den Verein in diesem Jahr mit privaten Spenden.

„Herzerwärmender Empfang“

Narutos Oberbürgermeister Michihiko Izumi bedankte sich im Namen der Delegation für den „herzerwärmenden Empfang“ in Lüneburg. „Die Vorfreude auf diesen Besuch war groß“, sagte Izumi. Er und seine Begleiter genössen „die wundervolle Stadt, die schöne Landschaft und insbesondere die Zeit mit lieb gewonnenen Freunden“, sagte der Bürgermeister in seiner Rede.

Parallel zu dem Besuch zeigt die Volkshochschule bis zum 1. September Bilder von Künstlern aus Naruto und Lüneburg (Lüneburger Palette). lz