Donnerstag , 22. Oktober 2020
Die BUND-Mitglieder bei der Feier vor dem Gipsofen am Kalkberg (vorne, v. links) Sibylle Wickbold, Christiane Schubert, Josefine Grimm, Bernhard Stilke (mittlere Reihe, v.l.) Bernhard Petersen, Monika König (hinten, v.l.) Thelemar Cassier, Erhard Veigel, Lukas Löwegrün und Holger Mayer. Foto: ilg

Arbeit ist ehrenamtlich kaum noch zu schaffen

Lüneburg. Spaziergängern im Naturschutzgebiet Kalkberg begegnen manchmal zwei Ziegen, die eifrig mit dem Abgrasen von Pflanzen beschäftigt sind, die auf dem 7, 6 Hektar großen Gebiet eigentlich nicht wachsen sollten. Die beiden Tiere heißen Moppel und Anke und gehören dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Regionalverband Elbe-Heide. Seit nunmehr 30 Jahren betreut der BUND das Naturschutzgebiet inmitten der Stadt. Das bot jetzt Anlass für eine kleine Feier.

Ziegen als wertvolle Helfer für den Naturschutz

Am Gipsofen erinnerte Vorstandsmitglied Sibylle Wickbold an die Anfänge, als der Kalkberg noch Fliederberg genannt wurde, weil er über und über mit diesen Sträuchern bewachsen war. Diese seien beseitigt worden, damit natürliches Wachstum wieder möglich wurde, was bei der Bevölkerung nicht immer auf Verständnis gestoßen sei. Das änderte sich, nach und nach sei durch die Arbeit des BUND der Kalkberg und dessen Bedeutung wieder ins öffentliche Bewusstsein gerückt worden.

Vorstand Bernhard Stilke äußerte bei der Feier die Sorge, dass die Arbeit ehrenamtlich allein eigentlich nicht mehr zu schaffen sei. Deshalb müsse eigentlich mit der Stadt neu ausgehandelt werden, dass diese sich auch an den Kosten für den Kalkberg beteiligt. „Manchmal gehen wir mit 40 Helfern ins Gebiet“, erklärt er. Ohnehin müsse das Konzept immer wieder ausgebaut werden. Auch erinnert er sich an Zeiten, als auf dem Kalkberg eine Vogelschutzhütte für die Vogelbeobachtung existierte. „Da sah man noch Raubvögel wie Bussarde oder Habichte über das Gelände fliegen.“ Auch habe es in den 1950er-Jahren einen eigenen Naturschutzwärter der Stadt gegeben.

Studenten der Leuphana forschen zur Diversität

Besonders erfreulich sei die Zusammenarbeit mit Studenten der Leuphana. Diese haben unter der Leitung von Dr. Jenny Schmidt während eines Sommersemesters im Naturschutzgebiet Kalkberg geforscht. Dabei ging es um Diversität verschiedener noch vorkommender beziehungsweiser nun nicht mehr vorhandener Arten.

Musikalisch unterhielten Andy Bartels und Oliver Frerking, ein reichhaltiges Buffet lockte mit selbstgemachter Marmelade, leckerem Kuchen und Kaffee. Mit verschiedenen Aktionen wie Familienrallye über den Kalkberg, Schmetterlings-Monotoring zum Mitmachen und einem Wissensquiz rund um die Ziege gestalteten die Verantwortlichen einen unterhaltsamen Nachmittag.

Von Irene Lange