Montag , 28. September 2020
Katja Zobel (stehend), die Leiterin des Arbeitsbereiches Werkstatt in der Lebenshilfe, freut sich mit Thorsten Seiffart (v.l.), Sven Herms und Sandra Schmidt über die großzügigeren und helleren Räume. Foto: Michael Behns

Lebenshilfe feiert Ende eines zweijährigen Umbaus

Lüneburg. Wo sich Mara von Allm entspannt von Jana Hayes die Finger maniküren lässt, kurbelten noch vor wenigen Tagen schwere Baumaschinen über das Gelände der Werkstatt der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg. Wo nun Menschen mit Behinderungen lachend um die Wette Nägel in Holzbohlen schlagen, schwitzten noch vor kurzem Bauarbeiter beim Wegstemmen von Wänden. Wo Hunderte von Gästen die Zeit über den Rocksongs der Lebenshilfe-Band „Oldschool Rockers“ vergaßen, wurde noch vor kurzem um den Zeitplan für den Umbau der Werkstatt gerungen.

Werkstatt umgebaut, Abteilung zog um

„Es war keine leichte Zeit in den vergangenen zwei Jahren“, resümierte Geschäftsführerin Sabine Kock-Kessler. Doch Staub, Lärm und Enge sind passé. Die umfangreichen Umbauarbeiten der Arbeitsbereiche und der Tagesförderstätte sind nahezu abgeschlossen, ebenso der damit verbundene Umzug der Abteilung Mechatronik von der Bessemerstraße an den Vrestorfer Weg. Grund genug, die neuen Räumlichkeiten beim Sommerfest der Lebenshilfe ausgelassen zu feiern.

Gearbeitet werde in den nun großzügig geschnittenen, durch große Fenster sehr hellen Werkstätten noch früh genug, wie Sandra Schmidt sagt, während sie mit der Hand auf die vor ihr auf einem Tisch liegenden Kabel weist. „Wir kürzen die Kabel, entfernen die Isolierung und montieren Schalter dran.“ Zu den Kunden zählen LAP, Sicherheitstechnik Kruse, Clage und Miele, ergänzt Thorsten Seiffart. In den Werkstätten werden Elektromontagen aller Art durchgeführt, auch Leuchten gefertigt.

Entspanntere Atmosphäre

Nach dem Umbau können die einzelnen Werkstätten auch durch Türen voneinander getrennt werden. „Das macht es leichter, für Ruhephasen zu sorgen, was der Konzentration nützt“, sagt Katja Zobel, Leiterin des Arbeitsbereiches Werkstatt. „Wir haben alles von links auf rechts gedreht – und das im laufenden Betrieb. Vorher verlorener Raum in zu breiten Fluren wird jetzt genutzt. Die Räume sind heller und größer – und dennoch leiser dank eines schallschluckenden Bodenbelages.“ Berührungslose Türöffner sorgen für echte Barrierefreiheit.

Das Wichtigste sei, dass „das Ganze gut ankommt“, sagt Katja Zobel. „Wenn ich durch die Werkstätten gehe, wo immer je zwölf Menschen mit Handicap arbeiten, ist es viel ruhiger und entspannter.“ Kein Wunder, dass Heiterkeit das Sommerfest prägte, mit dem die Lebenshilfe einen Haken hinter zwei herausfordernde Jahre setzte.

Von Joachim Zießler