Dienstag , 27. Oktober 2020
Welches soll es denn sein? Amelinghausens neue Heidekönigin Leonie Laryea und Heideköniginnenbetreuerin Petra Hoja begutachten zwei Kleider aus der großen Auswahl. Foto: t&w

Königin auf Kleidersuche

Lüneburg. Es muss zum purpurroten Umhang passen, es muss selbst zu waschen sein. Und statt Knöpfen soll es einen Reißverschluss haben – das Kleid, mit dem die Amelinghausener Heidekönigin nun ein Jahr lang und bei 70 bis 90 Terminen für die Heide unterwegs ist. Keine 24 Stunden, nachdem die 19-jährige Amelinghausenerin Leonie Laryea auf dem Kronsberg zur Heidekönigin gekürt worden war, wurde die neue Regentin am Montag „eingekleidet“.

Es war eine kurze Nacht für sie – nach der Bewerbung, der Wahl, der Krönung, ersten Interviews, dem Festumzug, dem Empfang im Rathaus und der Prämierung der Festwagen. „Gegen halb elf war ich dann zu Hause, hab erst einmal bis halb eins mehr als 200 Nachrichten auf meinem Handy beantwortet. Soviele aus der Familie, Freunde, Bekannte, Kollegen, ehemalige Mitschülerinnen und viele mehr haben mir gratuliert.“

Die Zeit drängte

„Dann habe ich versucht zu schlafen.“ Aber so richtig ist ihr das nicht gelungen, und schon um kurz nach sechs stand auch schon wieder ein Radiointerview an. Um halb zehn standen Mareike Witte und Petra Hoja, die seit 2015 die Amelinghausener Heideköniginnen betreuen, vor der Tür. Gemeinsam ging es nach Lüneburg – Schuhe und Festkleid mussten ausgesucht werden.

Die Kleiderwahl fiel Leonie Laryea nicht leicht. Aber sie musste sich entscheiden, denn die Zeit drängte: Schon am Montagabend war der erste Auftritt in kompletter Robe – beim Heidekranzbinden im Hotel Castanea Resort in Adendorf. Am Wochenende geht es in offizieller Mission zum Schützenfest nach Betzendorf.

„Ich habe die Heidekönigin gesehen“

Vom Braut- und Abendmodengeschäft ging es direkt zur Arbeit – im Hort der Rübe in Lüneburg, wo Leonie Laryea als Erzieherin arbeitet. „Ich bin gespannt, was meine Kinder dort sagen“, erzählt sie. Besonders auf eines: Das hatte ihr vor einer Woche nach dem Heideblütenfestauftakt am Lopausee mit großen Augen erzählt: „Ich habe die Heidekönigin gesehen.“ Das war damals noch Mona Otto. Jetzt ist Erzieherin Leonie Laryea es selbst.

Am Montagabend traf sich Heidekönigin Leonie mit Hans-Jürgen Pyritz, dem Vorsitzenden des Amelinghausener Heideblütenfestvereins. Er gab ihr auch schon einen ersten Überblick über die Termine, die im Jahr ihrer Regentschaft auf sie warten – von Ernte- und Heideblütenfesten über Schützenfeste und die Berliner Woche bis hin zum traditionellen Sommerfest beim niedersächsischen Ministerpräsidenten. Ein Riesenprogramm, das Leonie Laryea aber keine Angst macht: „Ich freue mich auf viele neue Erfahrungen und viele neue Menschen.“

Von Ingo Petersen