Sonntag , 25. Oktober 2020
Mit Annette Kammeier (CDU) hat Südergellersen erstmals eine Bürgermeisterin. Als Gemeindedirektor und stellvertretender Bürgermeister wurde Jens Lübberstedt (CDU, l.) gewählt, Peter Schindler (CDU) als Vertreter. Foto: uk

„Dreigestirn“ für Südergellersen und Heiligenthal

Südergellersen. Die ersten vier Tagesordnungspunkte gehörten noch Steffen Gärtner. Als er im voll besetzten Gemeindehaus am Südergellerser Schmiedeberg jetzt zum letzten Mal eine Sitzung des Gemeinderates eröffnete, da war die Abschiedsstimmung im Raum deutlich zu spüren. Mit dem Mandatsverzicht übergab der jüngste Bürgermeister, den die Gemeinde je hatte, die Sitzungsleitung an seine Stellvertreterin Annette Kam­meier (CDU). Und die wurde dann auch vom Rat zur Nachfolgerin gewählt. Damit sorgt auch Kammeier für ein Novum in Südergellersen: Sie ist die erste Frau im Bürgermeisteramt.

In der Fragestunde beantwortete Gärtner, mittlerweile hauptamtlicher Bürgermeister der Samtgemeinde Gellersen, letztmals Fragen der Bürger, teilte mit, dass die Hausanschlüsse für das Breitbandkabel im September komplett fertig sein sollen. Und er entschuldigte sich dafür, die Heiligenthaler bei der Begrüßung vergessen zu haben. „Wir sind auch noch da“, hatte ein Zuhörer aus dem Ortsteil Heiligenthal moniert.

Windkraft und Bestattungswald

Nachdem Gärtner den Ratstisch verlassen hatte, würdigte Kammeier dessen Verdienste in den vergangenen fünf Jahren: „Es hat uns erfreut und motiviert, mit dir neue Projekte anzupacken.“ Windkraft, Bestattungswald, die 750-Jahr-Feier und mehr zählte sie als Beispiele seines „großen Tatendrangs“ auf. Gärtner wiederum versicherte, er werde „Südergellersen und Heiligenthal immer im Herzen tragen“ und bat: „Bewahrt euch den guten Umgangston und die sachlichen Debatten.“

Einzige Kandidatin bei der Bürgermeisterwahl war Annette Kammeier, die mit acht Ja- bei einer Nein-Stimme und zwei Enthaltungen gewählt wurde. Da die SPD geheime Abstimmung beantragt hatte, zogen sich die Wahlen für die Posten von Bürgermeister, Gemeindedirektor und Stellvertretern in die Länge. Gegen die Stimme von Illmer (FDP) hatte sich der Rat zuvor für das zweigleisige Modell mit Bürgermeister und Gemeindedirektor ausgesprochen. „Ich möchte die Arbeit auf drei Säulen stellen“, hatte Kammeier begründet. Illmer fand hingegen: „Die Ämter sollten nicht getrennt werden.“ Das Modell mit einem Bürgermeister und zwei Stellvertretern habe sich auch früher schon bewährt. Man hole ja niemand aus der Reppenstedter Verwaltung, sondern bestimme ein Ratsmitglied zum Gemeindedirektor“, entgegnete Michaela Hupe (CDU), auch Barbara von Düring (CDU) meinte: „Wir sollten die Sache korrekt benennen.“

„Wir sind auf die Unterstützung des Rates angewiesen“

Am Ende des Wahlmarathons stand ein neues „Dreigestirn“, wie Kammeier sagte, fest: Mit acht Ja-Stimmen wurde Jens Lübberstedt (CDU), der für Gärtner in den Rat nachrückt, zum Gemeindedirektor und stellvertretenden Bürgermeister bestimmt. Peter Schindler (CDU) übernimmt mit sieben Ja-Stimmen den zweiten Stellvertreter-Posten. „Wir sind auf die Unterstützung des Rates angewiesen“, sagte Ratsneuling Lübberstedt und zeigte sich überzeugt: „Unser Modell ist eine sinnvolle Geschichte.“

Von Ute Klingberg