Freitag , 23. Oktober 2020
Hilke Mammen und Wilfried Wernicke, hier am Treidelpfad, leiten den Verein. Foto: t&w

32.000 Kilometer in 40 Jahren

Lüneburg. So ganz genau könne sie nicht sagen, wie viele Kilometer in all den Jahren zurückgelegt wurden, sagt Hilke Mammen. Und dann schiebt die Vereinsvorsitzende der Wanderbewegung Lüneburg doch noch eine Zahl hinterher: „Es müssten aber an die 32.000 Kilometer gewesen sein“. Seit 40 Jahren gibt es ihn inzwischen, und die Wanderlust seiner Mitglieder ist bis heute ungebrochen.

„Wir sind jede Woche unterwegs, im Sommer wie im Winter“, sagt Hilke Mammen, die 2006 den Vereinsvorsitz übernahm. Lediglich extreme Witterungsbedingungen wie Hitze, Sturm und Glatteis halten die Vereinsmitglieder davon ab, ihre Wanderstiefel zu schnüren. Die Ziele für die meist 16 bis 18 Kilometer langen Tagesrouten liegen vor den Toren der Stadt, es geht nach Hitzacker, Bleckede, in die Göhrde, die Oldendorfer Totenstatt oder auch ins Marxener Paradies. Und natürlich auch die Lüneburger Heide, und selbst die Ostsee wird angesteuert.

Im September steht der Hainich auf dem Programm

„Wir haben hier ein wirklich tolles Gebiet“, schwärmt Wilfried Wernicke, der 2006 dem Verein beitrat und seit 2014 Wanderwart und stellvertretender Vorsitzender ist – und als ehemaliger Mitarbeiter des Lüneburger Katasteramts ein Gewinn für den Verein darstellt: „Ich kenne hier wirklich jeden Weg.“

Zwei Mal im Jahr stehen sogenannte Wanderwochen auf dem Programm, in diesem Jahr ging es im Juni ins Weserbergland, im September steht der Hainich auf dem Programm, ein bewaldeter Höhenrücken im Nordwesten Thüringens.

Mitgliederschwund kennt der Verein nicht

Am 11. November 1979 startete der Verein mit neun Mitgliedern als Zweigverein Lüneburg der Wanderbewegung Norddeutschland. Doch anfängliche formale Probleme mit der Vereinssatzung und Namensrechten ließen erst 1982 den Beitritt zur Wanderbewegung Norddeutschland und die Eintragung ins Vereinsregister zu.

Bis 2006 lenkte Hermann Meyer als Vorsitzender die Geschicke des Vereins, heute ist er Ehrenmitglied und mit 91 Jahren auch der Älteste im Verein. Mitgliederschwund wie von anderen Vereinen bisweilen beklagt hat die Wanderbewegung Lüneburg nicht. Die Mitgliederzahl entwickelte sich kontinuierlich nach oben, seit 2015 schwankt sie um die 100. Allerdings sind es eher Ältere, die der Wanderlust in heimischen Gefilden frönen, „und es sind mehr Frauen, häufig auch alleinstehende, die zu uns kommen“, sagt Wilfried Wernicke.

Der Westergellerser ist einer von insgesamt acht Wanderführern, die für die Auswahl einer Tour zuständig sind. Dazu gehören auch Informationen über kulturelle Besonderheiten entlang einer Strecke. Gelegentlich gibt es sogar gesonderte „Kulturführungen“, etwa über den Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg.

Erste-Hilfe-Ausbildung und -Ausstattung sind Pflicht

Wanderführer müssen aber auch dafür sorgen, dass alle Teilnehmer vollzählig und möglichst gesund wieder zu Hause ankommen. Eine Erste-Hilfe-Ausbildung und -Ausstattung und ein guter Kartensatz sind für die Führer Pflicht, „aber wir nutzen natürlich auch Wander-Apps“, sagt der 69-Jährige. Und: „Es gibt immer ausreichend Pausen, so dass jeder mitkommt“.

Überhaupt wird Geselligkeit im Verein groß geschrieben, „es sind auch schon viele Freundschaften daraus entstanden“, sagt Hilke Mammen.

Und für die Zukunft? „Wir wünschen uns gepflegte und gut ausgeschilderte Wanderwege“, sagt Hilke Mammen. Auch wenn die Wanderwege im Stadtgebiet „wirklich lobenswert“ sind, wünscht sie sich von den Kommunen und staatlichen Landesforsten manchmal etwas mehr Unterstützung bei der Pflege der Wanderwege. „Und natürlich freuen wir uns über neue Mitglieder, die Spaß am Wandern haben.“

Weitere Informationen über den Verein gibt es im Internet unter der Adresse: www.wanderbewegung-lueneburg.de.

Von Ulf Stüwe