Modellbau ist sein Ding: Michael Berbüsse (l.) von den Eisenbahnfreunden in Schwarzenbek. Foto: ada

Wo Träume wahr werden

Schwarzenbek. Der Hammer knallt. Der Winkelschleifer surrt. Funken sprühen und Schweißperlen stehen auf der Stirn von Michael Hagel. Mit schwerem Gerät machen sich der Vorsitzende der Eisenbahnfreunde Schwarzenbek und andere Vereinsmitglieder daran, Gleisstück um Gleisstück aneinander zu setzen. Bis zum 17. August müssen sie fertig sein mit dem Rundkurs für ihre alte Feldbahn. Denn dann feiert der Verein Sommerfest und erwartet bis zu 2000 Besucher, die bestenfalls alle eine Runde auf der Lorenbahn drehen wollen.

Logo "Von der Elbe bis zur Heide"Michael Hagel ist stolz, wenn er über seinen Eisenbahnverein spricht. Zurecht – denn mit 222 Mitgliedern und einer Modellbahnfläche von 850 Quadratmetern sind die Eisenbahnfreunde Schwarzenbek nach eigenen Angaben der größte Modellbahnverein Norddeutschlands.

Gut funktionierende Gemeinschaft

Während draußen der Hammer die Gleise zum Zittern bringt, ist drinnen eine ruhige Hand gefragt. Beim so genannten „Schottern“ bringt jemand Kieselstein für Kieselstein auf das Modul für die H0-Bahn. Ein anderer bastelt an den Bäumen und Büschen im Mini-Format, wieder ein anderer hält Kabel und Drähte.

Wo man auch hinschaut – bei den Eisenbahnfreunden in Schwarzenbek wird immer und überall gewerkelt. Modul für Modul bauen die Bastler in kleinteiliger Arbeit auf und setzen später alle Teile zu einer Bahn zusammen. Über mehrere Räume erstrecken sich die Miniaturwelten bereits, wie viele Streckenmeter es wohl sind - das weiß keiner mehr so genau.

Hobby für Entspannung und Kreativität

Michael Berbüsse war einer der ersten acht Eisenbahnfans, die den Verein 2011 gründeten. Dabei schlägt sein Herz schon seit Kindertagen für die Modellbahnen. „Mir gibt es viel Entspannung und auch Kreativität“, sagt Berbüsse. Einerseits genieße er es auf verschiedensten Ebenen zu bauen und basteln und dabei unterschiedliche Effekte zu erzielen, „manchmal bin ich aber auch nur hier, um mal einen Zug fahren zu lassen und mit den anderen ins Gespräch zu kommen. Die Gemeinschaft funktioniert hier sehr gut“, sagt er.

Gemeinschaft – sie ist die Zauberformel hinter der Erfolgsgeschichte des Vereins. „Das ist ein neuer Trend. Man will nicht mehr alleine in seinem Keller bauen, sondern sich in gemeinschaftlichen Anlagen einbringen“, erklärt Michael Hagel. Und so freut sich der Vorsitzende auch immer über Besucher – nicht nur, aber besonders zum Sommerfest.

Sommerfest am 17. August

Neben einer Fahrt auf der Feldbahn dürfen sich Besucher auch an den Modellbahnen probieren. Besucherzüge ermöglichen auch Modellbahn-Neulingen die Fahrt auf den N- oder H0-Schienen. Gesteuert werden die Bahnen über ein Handy. Aber auch Modellautos, -baumaschinen und -boote können bestaunt werden. Für Live-Musik, Kinderprogramm und das leibliche Wohl ist gesorgt. Besonders stolz sind die Eisenbahnfreunde auf ihren Modellbahnflohmarkt, zu dem sich in diesem Jahr nicht nur Privatleute, sondern erstmals auch Hersteller wie Märklin und Co. angekündigt haben. „Das hat uns lange Überzeugungsarbeit gekostet“, sagt Michael Hagel.

Und so dürften am 17. August zwischen Modelltrasse und Schmalspurbahn wieder manch gestandene Männer zu begeisterten Jungen werden, wenn es daran geht, für ein paar Minuten Schaffner zu sein.

Das Sommerfest der Eisenbahnfreunde beginnt Samstag, 17. August, ab 11 Uhr auf dem Vereinsgelände in der Röntgenstraße 24, in Schwarzenbek. Der Besuch ist kostenlos.

von Anke Dankers