Montag , 19. Oktober 2020
THW-Mitglieder üben für den Ernstfall: Sie haben ein Gerüst aufgebaut. (Foto: THW)

Helfer freuen sich über Hilfe

Lüneburg. Wenn die Elbe droht über die Deiche zu laufen oder wie im vergangenen Jahr das Moor bei Meppen im Emsland über Tage brennt oder etwa in Asien ein Tsunami Landstriche verwüstet, sind die Männer und Frauen vom Technischen Hilfswerk gefordert. Rund 85 Ehrenamtliche engagieren sich an der Ilmenau, um beispielsweise mit schwerem Gerät bei Bergungen zu helfen, eine Stromversorgung aufzubauen oder Menschen mit Wasser zu versorgen. Allerdings kann die Führungsriege um Ingo Perkun, Godeke Klinge und Michael Bahr Verstärkung brauchen: Sie möchten einen stellvertretenden Leiter aufbauen, sie suchen Freiwillige für die Positionen Ausbildungsleitung und Öffentlichkeitsarbeit. Bieten können sie spannende Aufgaben und Kameradschaft, doch Geld gibt es bei den Ehrenamtlichen nicht.

Technisches Interesse ist gefragt

Interessenten sollten technisches Interesse und Organisationsvermögen mitbringen und gern mit anderen ins Gespräch kommen. Wer mitmachen möchte, durchläuft eine Grundausbildung und kann sich weiter spezialisieren.

57

Kinder und Jugendliche sind derzeit beim THW aktiv.

„In der Mannschaft engagieren sich alle sehr“, sagt Perkun. Doch nur wenige der Aktiven möchten zusätzliche Führungsaufgaben übernehmen: „Da hat sich in den vergangenen Jahren etwas verändert.“ Das Trio hatte erst vor ein paar Monaten, jemanden präsentiert, der für die Ortsgruppe des THW die Kommunikation nach außen und innen übernehmen wollte. Doch der Lüneburger merkte, dass er den Posten nicht mit Beruf und Familie unter einen Hut bekommt: „Es ist dann ehrlich zu sagen, es geht nicht.“

Kein Platz mehr frei

Der Ortsverband wächst. Das THW stellt sich neu auf mit der Folge, dass in Lüneburg der Fachzug Logistik angesiedelt wurde. Ein Teilbereich für Verpflegung bestand bereits, nun sind im Rahmen der Reform die Abteilungen Materialwirtschaft und Führung von Kutenholz nach Lüneburg umgesiedelt worden.

Der Zug unterstützt beispielsweise im Einsatz andere Einheiten: Bleiben deren Fahrzeuge liegen, sollen die Lüneburger sie reparieren oder wenn das nicht möglich ist, abschleppen. Auch eine defekte Motorsäge sollen die Logistiker wieder zum Laufen bringen. Auch hier ist Unterstützung durch Freiwillige willkommen, obwohl das Trio betont, personell gut aufgestellt zu sein.
Erfolgreich agiert das THW bei der Nachwuchsgewinnung, da gibt es sogar Wartelisten. 57 Kinder und Jugendliche machen mit – kein freier Platz aktuell.

Wer das THW kennenlernen möchte, kommt donnerstags um 19.30 Uhr in die Hallen an der Dorette-von-Stern-Straße an der ehemaligen Standortverwaltung. Am besten ist es, sich vorher unter ov-lueneburg@thw.de anzumelden.

Von Carlo Eggeling