Sonntag , 25. Oktober 2020
Uwe Asmussen vom Kirchenvorstand St. Nicolai an der Schifferglocke: Zu deren 10. Geburtstag bietet er eine Führung an. Foto: t&w

Nicolais klingender Schatz

Lüneburg. Uwe Asmussen ist immer noch ganz begeistert von der „schlanken, schönen Dame“ – so hatte er vor zehn Jahren die Schifferglocke in St. Nicolai genannt. Die war in Sinn in Hessen neu gegossen worden. Eben diesen ersten runden Geburtstag der Glocke nimmt Asmussen, der heute im Kirchenvorstand und bei den Kirchenwachen aktiv ist, zum Anlass, um am Sonnabend, 27. Juli, 16 Uhr zu einer Führung in den Glockenstuhl einzuladen.

30 Meter und 146 Stufen hoch hängt der klingende Schatz, zweieinhalb Tonnen schwer. Asmussen erinnert sich, dass es ursprünglich die Idee gab, die Glocke auf der Bastion zu gießen, in einem Erdloch. Das wurde aus Sicherheitsgründen nichts. Einige hatten sich engagiert, um den Guss der Glocke möglich zu machen. Der Galerist Hermann-Jürgen Meyer hatte die Bronze gestiftet, Winfried Kopp viel Werbung gemacht. Gemeinsam waren Gemeindemitglieder zum Glockenguss nach Hessen gefahren: „Das war bewegend.“

Gemeinde feiert am 25. August

Im September 2009 kam der Klangkörper dann nach Lüneburg. Mithilfe von zwei Autokranen wurde er in die Höhe gezogen. „Wir mussten ein Fenster samt der gemauerten Streben herausnehmen, um die Glocke in den Turm zu bekommen“, erzählt Asmussen. Mit einem Flaschenzug wurde der Koloss an die richtige Stelle gezogen. Hätte man die Glocke durch den Turm ziehen wollen, „hätten wir die Orgel ausbauen müssen“. Nun versieht sie ihren Dienst und ist ein guter Teil der Kirche geworden.

Am 25. August möchte die Gemeinde den Geburtstag noch einmal feiern: Um 11 Uhr beginnt dann ein Kinderfest. ca