Samstag , 26. September 2020
Freude auch an der Grundschule Bardowick: Mit den Zeugnissen geht es für die Kinder in die Sommerferien. Foto: t&w

Nach dem Ende kommt bald der nächste Anfang

Bardowick. Endlich ist es soweit: Die Schule ist aus, die Ferien haben begonnen. Überall in Stadt und Landkreis Lüneburg sind die Schüler am Mittwoch mit ihren Zeugnissen in die sechswöchige Sommerpause gestartet. Vielerorts gab es besondere Abschiede.

Vor der Grundschule Bardowick haben sich die Schüler der Klassen 1 bis 3 in zwei Reihen aufgestellt, sie stehen Spalier und bilden mit ihren Armen einen „Tunnel“ für die Viertklässler. Der Schulhof ist erfüllt mit aufgeregtem Geschnatter, viele Kinder tauschen sich über ihre Pläne für die kommenden Wochen aus, andere vergleichen ihre Noten. Doch auch ein bisschen Melancholie liegt in der Luft: Das Ende eines Schuljahres bedeutet schließlich immer auch, die meisten Klassenkameraden längere Zeit nicht zu sehen. Für die Viertklässler ist es gar eine Zäsur, für sie geht es im August auf den weiterführenden Schulen weiter. Mit einer Rose in der Hand kommen sie einer nach dem anderen durch den „Tunnel“ gelaufen – am Ende warten schon ihre Eltern mit Kameras, um den Moment festzuhalten.

„Hoffentlich wird das Wetter gut!“

„Ich bin mit meinem Zeugnis zufrieden“, erzählt die Schülerin Stella fröhlich. „Am meisten Spaß hat mir Englisch gemacht.“ Das sieht ihre Mitschülerin Alicia genauso: „Englisch ist auf jeden Fall das beste Fach. Sport mag ich nicht so gerne.“ In den Ferien werde sie mit ihren Eltern auf dem Kreuzfahrtschiff „Aida“ reisen, das könne sie kaum noch erwarten.

Selen verrät, ihm habe die Basketball-AG am meisten gefallen, „aber Mathe mag ich auch.“ Für ihn gehe es in den Ferien an die Nordsee. Sein Wunsch: „Hoffentlich wird das Wetter gut!“

„Ich fahre auch in den Norden, nach Dänemark“, erzählt Kevin. Über sein Zeugnis könne er nicht klagen, in seinen Lieblingsfächern Englisch und Sport habe er gute Noten bekommen. „Nur Deutsch finde ich nicht so gut. Das Fach könnte man weglassen“, fügt er lachend hinzu.

Nach der anfänglichen Euphorie werden auch ein paar Tränen vergossen. „Sich von den Kindern zu verabschieden, ist jedes Jahr aufs Neue schwierig“, berichtet eine Lehrerin. „Alle sind sehr emotional: Schüler, Lehrer, sogar Eltern. Man wächst während der Schulzeit eben zusammen.“ Gerade deshalb freue sie sich aber auf die Einschulung der neuen 1. Klassen nach den Sommerferien. „Die Kinder kennenzulernen und den Beginn ihrer Schullaufbahn mitzuerleben, ist etwas Besonderes. So läuft das im Leben: In jedem Ende ruht ein neuer Anfang.“

Von Josephine Wabnitz