Wo jetzt noch ein trister Parkplatz ist, sollen in Zukunft Bäume und Bänke den Rathausplatz in der Gemeinde Reppenstedt verschönern. Grafik: nsp christoph schonhoff landschaftsarchitekten stadtplaner

Autos raus, Menschen rein

Reppenstedt. Autos raus, Menschen rein – auf diese knappe Formel könnte man die Pläne für die neue Mitte von Reppenstedt bringen. 2018 hatte das Büro Schonhoff aus Hannover den Planungswettbewerb zur Gestaltung des Rathausumfeldes gewonnen. Jetzt wird es konkret. Nach zwei Ausschusssitzungen, in denen der preisgekrönte Entwurf diskutiert und teilweise überarbeitet wurde, geht es jetzt in die Feinplanung und dann in die Ausschreibung. In einer gemeinsamen Sitzung segneten der Reppenstedter Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss sowie der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss der Samtgemeinde Gellersen den Entwurf ohne Gegenstimmen ab.

Das Team um Landschaftsarchitekt Christoph Schonhoff hatte auch deshalb den Wettbewerb für sich entschieden, weil es ihm gelungen war, den bisherigen Rathausparkplatz komplett zu streichen und an dessen Stelle einen Platz mit grünen Inseln und Sitzmöglichkeiten zu schaffen, auf dem sich Kinder und Erwachsene gefahrlos bewegen können. Highlight ist eine große „Bank für alle“, die jetzt vom Zentrum an den Rand gerückt ist, um in der Mitte eine offene Fläche zu schaffen, auf der auch Veranstaltungen stattfinden können. Insgesamt 62 Pkw-Stellplätze sollen rund um das Gellersenhaus entstehen, 18 weitere hinter der Gellersenhalle mit einer neuen Zufahrt von der Ostlandstraße. Dafür bleibt der Platz komplett autofrei und bietet jede Menge Stellplätze für Fahrräder, vor allem vor der Schule und der Gellersenhalle.

Gebäude sollen als Ensemble wahrgenommen werden

Mit ihrem Entwurf wollen die Planer die Gebäudeansammlung aus Rathaus, Gellersenhaus, Gellersenhalle und Grundschule als Ensemble wahrnehmbar machen und mit einer zentralen Platzgestaltung verbinden. Die andere große Herausforderung ist der Verkehr auf der Dachtmisser Straße und ein sicherer Schulweg für die Grundschüler. Nach Rücksprache mit Elternvertretung und Schulleitung wurde die geplante „Kiss-and-Ride-Zone“ neben der Bushaltestelle gestrichen. Das berge die Gefahr, dass dort doch geparkt werde, erklärte Schonhoff: „Die Schule muss die Eltern überzeugen, ihre Kinder an der Ostlandstraße abzusetzen.“ Das komplette Gelände soll durchgängig mit einem mehrfarbigen Pflaster versehen werden, auch die Fahrbahn der Dachtmisser Straße. Es handele sich nicht ganz konsequent um einen Verkehrsraum für alle, sondern um eine „Zwitter-Lösung“, so Schonhoff. Die Fahrbahn werde mit einer kleinen Kante als solche erkennbar sein. Klar ist: Weil es sich um einen verkehrsberuhigten Bereich handelt, darf künftig nur noch Schrittgeschwindigkeit gefahren werden.

Kritik: zu viel versiegelte Fläche, zu wenig Bäume

An einigen Punkten gab es Kritik: zu viel versiegelte Fläche, zu wenig Bäume. Die Zahl der Bäume werde insgesamt nicht reduziert, stellte Schonhoff klar, einige der Parkplatzbäume müssten weichen, weil sie krank seien. Hans-Christian Friedrichs (SPD) zeigte sich restlos begeistert: „Wir bekommen hier eine ausgezeichnete Visitenkarte für Reppenstedt, das ist wirklich toll.“

Die Gemeinde strebt die Umsetzung in zwei Abschnitten im nächsten und übernächsten Jahr an. Zuerst werden die neuen Parkplätze gebaut, dann der Platz vor und hinter dem Rathaus mit Pflanzinseln und Bänken umgestaltet.

Von Ute Klingberg-Strunk