Auf dem Hof von Christopher Tieding wird der Müll zwischengelagert. (Foto: phs)

Der Müllberg wächst in Bienenbüttel

Einmal im Jahr traf man sich vor der Pandemie in vielen Ortsteilen Bienenbüttels zum gemeinsamen Müllsammeln und Grillen. Weil das nun aber zum wiederholten Male nicht möglich ist, haben sich Christopher Tieding und zwei weitere Ortsvorsteherinnen und -vorsteher etwas einfallen lassen.

Bargdorf. Ein großer Haufen Müll ziert seit einigen Tagen die Hofeinfahrt von Christopher Tieding. Das ist für den Bargdorfer Ortsvorsteher aber nicht etwa ein Ärgernis, sondern Grund zur Freude, denn das Allerlei aus Papier und Plastik haben seine Nachbarn in der Bargdorfer Gemarkung gesammelt – es ist das Zwischenergebnis einer Challenge, die Tieding zusammen mit Ortsvorsteher Andreas Meyer aus Steddorf und -vorsteherin Kathrin Ellenberg aus Wichmannsburg auf die Beine gestellt hat. Noch bis Montag, 10. Mai, sind alle Bewohnerinnen und Bewohner dazu aufgerufen, die Gemeinde Bienenbüttel von Müll zu befreien.

Der Beitrag machte im Netz schnell die Runde

Anlass ist die coronabedingte Absage eine lieb gewonnenen Tradition in vielen Ortsteilen der Einheitsgemeinde: Einmal im Jahr traf man sich vor der Pandemie zum gemeinsamen Müllsammeln und Grillen. Weil das nun aber zum wiederholten Male nicht möglich ist, nahmen sich Tieding, Meyer und Ellenberg vor, im Alleingang für Sauberkeit zu sorgen. „Aber wir mussten schnell feststellen: Das ist nicht zu schaffen.“

Was also tun? Mit einem Video riefen sie die Bienenbütteler online dazu auf, sich beim Spazierengehen oder Joggen am örtlichen Großputz zu beteiligen. Der Beitrag machte im Netz schnell die Runde. Tieding ist begeistert: „Hier sind schon einige Leute losgezogen und haben fleißig gesammelt.“ Autoreifen, Taschentücher, Plastikverpackungen... Der 52-Jährige weiß: „Hier findet man schon ordentlich Müll.“

Die Belohnung: ein schöneres Ortsbild

Wer sich an der Aktion beteiligt, kann bei Facebook ein Foto posten, versehen mit dem Hashtag #lasstdenmüllbergwachsen. Die Teilnehmer erhalten dann eine Info, wo sie den Müll kostenlos abgeben können. Tieding hofft, dass der Berg auf seinem Hof bis Ende der Woche noch ordentlich wächst: „Die Belohnung liegt dann in der Verschönerung der Ortsbilder.“

Von Anna Petersen

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