Donnerstag , 22. Oktober 2020
Auf der Luhe muss man auch künftig unterschiedliche Fahrtzeiten beachten, je nach Landkreis. Foto: t&w

Strengere Regeln für Paddelspaß beschlossen

Bardowick. Das Befahren mit Booten der Heideflüsse Ilmenau, Lopau und Luhe wird innerhalb des Lüneburger Kreisgebiets eingeschränkt. Mit Mehrheit beschloss der Lüneburger Kreistag eine neue Kanu-Verordnung. Demnach ist künftig das Befahren mit Booten in der Zeit zwischen 20 Uhr und 7 Uhr des Folgetages verboten. Ein grundsätzliches Befahrensverbot gilt zudem für Himmelfahrt sowie die Pfingstfeiertage. Ursprünglich sollte mit dem Bootfahren für Freizeitkapitäne schon um 18 Uhr Schluss sein. Das erschien einigen Kreistagspolitikern zu streng, sodass eine Stunde draufgeschlagen wurde. Damit gelten jetzt für den Heidefluss Luhe, der vor allem auf dem Harburger Kreisgebiet verläuft, unterschiedliche Nutzungszeiten.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Der Umweltausschuss des Lüneburger Kreistags hatte sich in den vergangenen Monaten recht schwer getan, das neue Regelwerk auf den Weg zu bringen und für den Kreistag vorzubereiten. Schließlich herrschte Konsens, dass dem Naturschutz auf Ilmenau, Luhe und Lopau mehr Gewicht eingeräumt werden müsse. Betroffen sind von den Nutzungsregeln nicht nur Kanus, beziehungsweise Kanadier und Kajaks, sondern auch Ruderboote, Flöße bis hin zu Stand-Up-Paddling-Brettern. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel: „Die Verordnung findet keine Anwendung auf das Befahren durch vereinsmäßig organisierte Wassersportler mit Booten, die außen in gut lesbarer Schrift mit dem Namen des Bootes, des Vereins und des Ortes, in dem der Verein seinen Sitz hat, gekennzeichnet sind“, heißt es in dem neuen Regelwerk.

Überarbeitung der Nutzungsregeln im Fokus

Ein Auslöser der strengeren Gangart waren vor allem die zu Himmelfahrt im wahrsten Sinne des Wortes ausufernden Vatertagstouren zu Wasser. Doch nur relativ wenig Beachtung fand zuletzt bei der Diskussion, dass bereits die Luhe-Anrainer eine Initiative gestartet hatten, das naturnahe Paddeln nicht nur neu zu regeln, sondern auch zu fördern. Ein bisschen Zuckerbrot und Peitsche. Unter Federführung der Samtgemeinde Salzhausen machen sich auch Amelinghausen und Winsen/Luhe dafür stark, beispielsweise feste Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten für Paddler attraktiver zu gestalten. Auch das kann wertvolle Uferbereiche schonen. Doch beim Kreis Lüneburg stand jetzt nur die Überarbeitung der Nutzungsregeln im Fokus. Und die sind aus Sicht von Wolfgang Krause, Bürgermeister der Samtgemeinde Salzhausen, nicht streng genug.

Fahrverbot an den Pfingsttagen

Laut Krause sind die bisherigen Befahrensregeln auf der Luhe durch den Kreis Harburg sogar restriktiver gefasst. Mit Blick auf das Kanu-Projekt der Luhe-Anrainer sagt Krause: „Wir hatten gehofft, dass der Landkreis Lüneburg zu einer einheitlichen Verordnung für die Luhe beiträgt.“ Auf der Luhe müssen Freizeitkapitäne im Kreis Harburg ab 18 Uhr die Paddel aus der Hand legen. Auf Lüneburger Kreisgebiet soll das Paddeln bis 20 Uhr erlaubt sein. Krause: „Man kann keinem Nutzer plausibel darstellen, warum es unterschiedliche Regeln auf demselben Fluss geben soll.“

Ein Streitpunkt war im Kreistag auch das Fahrverbot an den Pfingsttagen, an dem weniger Betrunkene und mehr Familien auf Bootstour seien. Franz-Josef Kamp (SPD) zog eine Parallele zum Scharnebecker Inselsee, der auch an Feiertagen gesperrt werde. Dem entgegnete Hans-Georg Führinger (CDU), dass das Verbot in Scharnebeck nicht geholfen habe, „es wird auch an Luhe und Ilmenau nichts ändern“.

Von Dennis Thomas