Samstag , 26. September 2020
Die Naturschutzgebietsverordnung für das 553 Hektar große Gebiet trat am 1. Juli in Kraft. Foto: Landkreis Harburg

Schutz für europäisches Kleinod

Winsen/Luhe. Der Fischotter fühlt sich hier wohl, in dem Fluss tummeln sich seltene Arten wie Meerneunauge und Äsche, die Ufer säumen Erlenwälder, und auf den angrenzenden Wiesen findet sich das Gefleckte Knabenkraut: An der Seeve sind viele geschützte Arten zu Hause. Damit dieser besondere Lebensraum erhalten bleibt, weist der Landkreis Harburg dieses Kleinod von europäischer Bedeutung als Naturschutzgebiet aus. „Nachdem der Beschluss im Kreistag gefallen ist, trat die Verordnung am 1. Juli in Kraft“, erklärt Niels Vollmers von der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung.

Der Landkreis Harburg sichert so ein rund 553 Hektar großes Gebiet. „Der floristische und faunistische Wert des Ober- und Mittellaufes der Seeve von ihrem Quellbereich östlich von Handeloh bis zum Rangierbahnhof Maschen im Norden wurde bereits vor Jahren von europäischer Seite bestätigt“, sagt Niels Vollmers. In das neue Gebiet wurden die anliegenden und bereits bestehenden Naturschutzgebiete „Hangquellmoor bei Weihe“ und „Altes Moor“ integriert.

Gebiet ist von Grünland geprägt

Die Besonderheit: „Die Seeve ist mit durchschnittlich 6 bis 7 Grad Celsius der kälteste Fluss Norddeutschlands“, erläutert Niels Vollmers. Ihr geschwungener Gewässerverlauf ist in großen Teilen naturnah ausgeprägt. Besonders strukturreich, mit Wechsel von Strömungsgeschwindigkeiten, ist die Seeve in Abschnitten, die von Erlen-Eschenwäldern gesäumt werden. In den höher gelegenen, grundwasserfernen Talrändern bestehen Übergänge zu mäßig nährstoffreichen Buchen- und Eichenmischwäldern. Überwiegend ist das Gebiet jedoch von Grünland geprägt: Neben angrenzenden, intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen finden sich hier noch größere Bereiche mit extensiv genutztem Feucht- und Nassgrünland, das in seiner artenreichen Ausprägung zu den Biotoptypen mit dem stärksten Rückgang in den vergangenen 50 Jahren gehört.

Die Seeve ist aber nur eines der Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiete, die der Landkreis Harburg im Programm „Natura 2000“ schützt: „Wir wollen erreichen, dass Lebensräume für Tiere und Pflanzen dauerhaft so geschützt sind, dass sich die Arten dort ungestört entwickeln können“, erläutert Kreisrat Josef Nießen. lz