Montag , 28. September 2020
Ganz schön hoch: Bis zu 26 Meter schlängelt sich der Pfad über Grund durch den Wald. Foto: tl

Mit Blick auf die Elbphilharmonie

Nindorf. 600 Tonnen Stahl, bis zu 1000 Tonnen Stahlbeton, 350 Kubikmeter Holz, 70.000 Schrauben: Nein, hier geht es nicht um die Arena Lüneburger Land, sondern um den neuen Baumwipfelpfad im Wildpark Lüneburger Heide. Im März war erster Spatenstich, Ende September soll der Pfad eröffnet werden. Bis dahin ist noch einiges zu tun, doch Marcus Zitzke, Bauleiter im Wildpark, ist entspannt: „Das kriegen wir alles hin, wir liegen gut im Zeitplan.“

Ein bisschen Glück gehört auch dazu. So war das Wetter in den ersten Wochen recht trocken, als die Fundamante für Turm und Stützen gegossen wurden. Die Sockel ziehen sich vom Schäferdorf beginnend durch den Wald Richtung Wolfsgehege, der insgesamt 700 Meter lange Pfad soll von dort zurück zum 40 Meter hohen Aussichtsturm führen, dem Herzstück der Anlage. Der hat sogar einen Aufzug. „Wenn die Sicht klar ist, kann man mit einem guten Objektiv von dort oben die Elbphilharmonie sehen“, verrät Zitzke. Ihm ist die Begeisterung über das Projekt leicht anzusehen, er wird offenbar nicht müde, immer wieder erneut darüber zu sprechen. „Das liegt vielleicht daran, dass meine Vorfahren im Baugewerbe gearbeitet haben und ich mich eher auf Baustellen herumtrieb als auf dem Fußballfeld.“

Plattform in 20 Meter Höhe

Ausführendes Bauunternehmen ist ein Betrieb aus dem Allgäu, der Erfahrung im Bau von solchen Pfaden hat. 20 Mitarbeiter sind in Nindorf vor Ort und werkeln sozusagen rund um die Uhr. Zitzke: „Im Zuge der Bauarbeiten mussten so einige Bäume gefällt werden, aber wir werden dementsprechend wieder aufforsten. In einigen Fällen werden wir hohe Bäume ein wenig zur Seite drücken, ein Brückenteil montieren und die Bäume dann wieder vorsichtig in Position bringen. So haben Besucher Gelegenheit, Bäume in großer Höhe auch mal anzufassen.“ Und sie können sogar die Tiger aus luftiger Höhe beobachten – geplant ist, in kurzer Entfernung zum Gehege eine Plattform in 20 Meter Höhe zu installieren.

Mit dem Baumwipfelpfad und dem Aussichtsturm ist es aber nicht getan: Der Wildpark baut zudem ein Restaurant am Fuße des Turms. Das Fundament und die Versorgungsleitungen stehen bereits. Hinzu kommt ein neuer Parkplatz mit 377 Plätzen. Der ist auch notwendig, denn an gut besuchten Tagen parken die Gäste bis hoch zum Schäferdorf. Insgesamt 6,5 Millionen Euro wird die neue Anlage kosten, 2,1 Millionen Euro gab es als Förderzuschuss vom Land. Besucher werden einen separaten Eintritt für den Baumwipfelpfad zahlen – ein Kombiticket für den Wildpark ist aber auch im Gespräch.

Von Thorsten Lustmann

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