Sonntag , 1. November 2020
Maya Guzy (13) schaffte ihr Sportabzeichen in Gold – trotz großer Hitze. Mattis Dietrich maß ihre Sprungweite. Foto: t&w

Spaß am Sport statt am Smartphone

Adendorf. Endlich im Schatten, mit einer Flasche Wasser in der Hand äußerte Maya Guzy ihren innigsten Wunsch für das kommende Schuljahr: „Unser Sportfest sollte im Frühjahr oder Herbst stattfinden.“ Bei fast 30 Grad schon morgens um 10 Uhr verständlich. Trotz der Hitze hielt die Siebtklässlerin der Adendorfer Oberschule „Am Katzenberg“ tapfer durch, meisterte ihre Disziplinen und freute sich mittags über das wahrlich heiß erkämpfte Deutsche Sportabzeichen. So wie viele ihrer Mitschüler. Fast 300 – die komplette Schule also – sollte an diesem Morgen die Möglichkeit dazu haben – ein Mammutprojekt.

Sportfest als Mammutaufgabe

„Da haben wir uns wirklich an eine große Aufgabe gewagt, die logistisch nicht ohne war“, gab Organisatorin Jutta Gedrath zu. Das Ziel der Sportabzeichen-Referentin des Kreissportbundes Lüneburg: „Wir wollen, dass sich Kinder wieder mehr bewegen und nicht nur flink auf dem Smartphone sind.“ Bei Ines Peucker, Sport-Fachkonferenzleiterin der Oberschule, traf sie da auf offene Ohren, gemeinsam stellten sie das Sportfest auf die Beine. Mehr als 20 Helfer aus Schule, KSB und Vereinen unterstützten sie und hielten verteilt über den Adendorfer Sportplatz die Leistungen der Schüler in Listen fest. „Ohne diesen ehrenamtlichen Einsatz wäre das nicht möglich.“ Nur eines ließ sich nicht planen: „Das Wetter, daraus müssen wir nun das Beste machen.“

50 oder 100 Meter Sprint, 800 Meter Mittelstrecke, Weitsprung und Werfen mit einem 200-Gramm-Ball – das sind die Disziplinen, in denen die Schüler in ihren Altersklassen auf die Jagd um Bronze, Silber oder Gold gingen. Maya‘s Freundin Celine Wagner (13) freute sich vor allem über ihren ordentlichen Satz beim Springen „Ich habe über vier Meter geschafft. Das war am wenigsten anstrengend heute.“ Auf der Tartanbahn dagegen mussten einige Schüler einen Gang rausnehmen – wegen der Hitze, aber auch, weil ihnen die Kondition fehlte. „Deshalb ist es so wichtig, dass wir ihnen das Angebot machen. Sie sollen merken, wo sie sportlich stehen“, wirbt Jutta Gedrath für das etwas eingestaubte Image des Sportabzeichens.

Mit Biss auf der Tartanbahn

Auch Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf aus der Kooperationsklasse machten mit. Sie begeisterten vor allem Helfer Jochen Holste. „Die haben das mit so viel Biss durchgezogen, das war klasse“, lobte er, während sich knapp neben ihm zwei Sechstklässler im Schlussspurt alles abverlangten – mit Erfolg. 8,6 Sekunden auf 50 Metern zeigte die Stoppuhr für Sechstklässler Florian Röber (12). „Ich bin zufrieden, aber das war richtig anstrengend,“ erklärt er außer Atem. Kein Wunder, es wurde immer heißer, die Organisatoren zogen Konsequenzen. „Um 11:30 Uhr brechen wir ab, die restlichen Klassen sind ein anderes Mal dran“, entschied Lehrerin Ines Peucker.
Gut für Michel Flechtner (15) und seine Mitstreiter im Schul-Bauwagen, aus dem heraus sie am Rande des Sportplatzes Bratwurst und Getränke verkauften. Sie konnten weiter ihre Schicht schieben statt auf der Bahn zu schwitzen. Seit fast einem Jahr sind die Neuntklässler des Profilkurses Technik dabei, den einst heruntergekommenen Wagen aufzumöbeln. Neben dem Grill sind Musikanlage und Discolicht eingebaut. Und die Schüler standen Schlange – trotz der Hitze macht Sport hungrig.

Von Kathrin Bensemann

Organisatorin Jutta Gedrath, die Sportabzeichen-Referentin des Kreissportbundes. Foto: t&w

Angebot des KSB

Nachahmer gesucht

Schulen, aber auch Vereine oder Verbände, die Lust haben, das Deutsche Sportabzeichen abnehmen zu lassen, können sich an Jutta Gedrath vom Kreissportbund Lüneburg wenden. Sie kümmert sich nicht nur in Kooperation um die Planung, sondern übernimmt auch die Nachbereitung und stellt die Urkunden für die Sportler aus.

Interesse? Einfach eine Mail an: gedrath@kreissportbund-lueneburg.de