Montag , 28. September 2020
Auf der Hermann-Löns-Schule wäre im kommenden Jahr noch Platz für weitere Schüler. (Foto: t&w)

Die Platzfrage

Lüneburg. Wo wird es eng und wo stehen eventuell Räume leer? Als Schulträger muss die Stadt Lüneburg mit Weitsicht auf Jahre im Voraus planen, damit sie nicht in die Bredouille kommt, plötzlich zu Schuljahresbeginn nicht zu wissen, wo die Schüler unterrichtet werden sollen. Während sie bei den weiterführenden Schulen ganz wesentlich abhängig ist vom Wahlverhalten der Eltern, hat die Verwaltung bei den Grundschulen ein wichtiges Instrument, mit Hilfe dessen sie Schülerströme steuern und gegebenenfalls umlenken kann: den Schulbezirk, der je nach Wohnort eines Kindes festlegt, zu welcher Schule es gehen muss. Und von diesem Instrument will die Stadt auch Gebrauch machen.

Im Schulausschuss des Rates legte Lorenz Mehl für die Verwaltung die Zahlen vor, mit denen die Stadt für ihre Schulen in den kommenden Jahren rechnet. Danach reichen die Kapazitäten an den meisten Standorten auch bis zum Schuljahr 2024/25 aus. Doch die Prognosen zeigen auch auf, wo es Probleme geben kann.

▶ An der Heiligengeistschule übersteigen die Zahlen der Kinder jeweils die festgelegte Zweizügigkeit, allerdings zeige die Erfahrung vergangener Jahre, dass oft noch Kinder aus dem Einzugsgebiet zu einer Ganztagsschule – allen voran zur St.-Ursula-Schule – tendieren, denn bei einer Entscheidung für eine Ganztagsschule ist die Schulbezirksgrenze nicht bindend.

▶ Die Grundschule Hasenburger Berg liegt in den beiden kommenden Schuljahren leicht über ihrer vierzügigen Kapazität.

▶ An der Hermann-Löns-Schule erreichen die prognostizierten Anmeldezahlen der nächsten Jahre – zwischen 33 und 55 – nicht annähernd die Kapazität von 78. Hier wäre noch Platz für weitere Schüler.

▶ An der Grundschule Häcklingen sieht es ähnlich aus: Die Zahlen – zwischen 39 und 62 – reichen nicht an die Kapazitätsgrenze von 78. Auch hier gilt: Weitere Schüler wären mühelos unterzubringen.

Eine Arbeitsgruppe Schulentwicklungsplanung, in der Vertreter der Ratsfraktion, Grundschulrektoren und des Stadteltern- und Stadtschülerrates mitwirken, hat anhand der Zahlen über Optionen gesprochen, wie die Grundschule Häcklingen und die Löns-Schule mehr Schüler bekommen könnten, gleichzeitig vor allem der Hasenburger Berg etwas entlastet werden könnte. Das Ergebnis kurz gesagt: Der Schulbezirk Hasenburger Berg soll künftig ein Gebiet an die Löns-Schule und ein Gebiet an die Grundschule Häcklingen abgeben.

Das Gebiet Rosenkamp hingegen soll zunächst weiter der Grundschule Hasenburger Berg zugeordnet bleiben. Hier stand der Vorschlag für ein Mischgebiet im Raum, in dem Eltern hätten frei wählen können zwischen Hasenburger Berg und Häcklingen. Das hätte aber zur Folge, dass die Planung für die Verwaltung noch schwieriger würde und dass womöglich eine zweite Busverbindung nach Häcklingen eingerichtet werden müsste.

Weitere Ergebnisse der Arbeitsgruppe:
▶ Das Neubaugebiet Ilme­naugarten soll der Heiligengeistschule zugeteilt werden und nicht der Schule Im Roten Felde.
▶ Das Hanseviertel III wird nicht der Schule Lüne, sondern der Igelschule zugeordnet.
▶ Eine weitere Idee, die Viertel „Bülows Kamp“ und „In den Kämpen“ von der Igelschule zur Anne-Frank-Schule umzuleiten, wurde vorerst verworfen.
Bevor die Änderungen umgesetzt werden, muss aber noch der Ortsrat Oedeme beteiligt werden.

Neuer Vorsitzender

Den Vorsitz im Schulausschuss hat nun Eckhard Neubauer (SPD) übernommen. Er löst Sonja Jamme (CDU) ab, die fortan als Stellvertreterin ihres Nachfolgers fungiert. Die Ablösung zur Halbzeit der Legislaturperiode war bereits im Jahr 2017 zwischen der Jamaika-Gruppe und der SPD vereinbart worden und wurde nun noch einmal vom Rat bestätigt.

Von Alexander Hempelmann