Lüneburg soll künftig weniger Plastikmüll produzieren. In diese Richtung zielen Anträge im Rat. Foto: Adobe Stock

Politik verbannt Plastik

Lüneburg. Die Fridays-for-Future-Bewegung erreicht am nächsten Dienstag auch den Lüneburger Stadtrat. „Lüneburg zur plastikarmen Stadt zu machen“ ist ein Antrag der SPD-Fraktion überschrieben. Unter dem Eindruck der Schülerproteste hatten die Sozialdemokraten bereits Anfang April einen Runden Tisch beantragt. Hier sollen „die verschiedenen Aktionsfelder zur Reduzieren und Vermeidung von Plastik im öffentlichen Leben der Stadt abgesteckt werden“. Grüne, CDU und FDP haben dazu jetzt einen Änderungsantrag vorbereitet.

Jamaika will SPD-Antrag nachbessern

Als mögliche Ziele hatte die SPD-Fraktion die Reduzierung von Einweg- und Plastikbechern und -besteck in der Lüneburger Gastronomie, einen plastikarmen Weihnachtsmarkt, keine Plastiktüten mehr im Einzelhandel und eine zentrale Rücknahme von Verpackungsmüll formuliert. „Das ist viel zu wenig Substanz“, urteilt Ulrich Blanck (Grüne), Sprecher des Jamaika-Bündnisses. Die Ratsfraktionen von Grünen, CDU und FDP legen daher mit einem eigenen Antrag nach. „Konstruktiv“, wie Blanck betont. Die Stadt habe hier „Vorbildfunktion“. Sie solle im ersten Schritt in ihrem eigenen Bereich die Verwendung von Einweggeschirr untersagen.

Verbot von Einweggeschirr

Zudem sollen die Satzungen der Stadt so geändert werden, dass bei Volksfesten und Jahrmärkten Einweggeschirr „generell verboten“ wird. Auch das Ziel eines „plastikarmen Weihnachtsmarktes“ ist dem Dreier-Bündnis „zu unbestimmt“. So stelle sich die Frage, ob die „Plastikarmut“ auch auf das Verkaufssortiment erstrecken soll.

Grüne, CDU und FDP fordern hier, „dass konkrete auf die kommunale Ebene umsetzbare Ziele vom Runden Tisch formuliert werden“ sollen. Diese gelte es in das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept aufzunehmen, das jetzt erstellt werden soll.

Initiative „Plastikarme Stadt“

In einer ersten Stellungnahme verweist die Verwaltung darauf, dass sie bereits jetzt „mittels Verzicht auf Einweggeschirr einen Teil zur Vermeidung von Kunststoffen“ beitrage. Wie von der SPD vorgeschlagen, werde sie die verschiedenen Akteure – von Öko- und Klima-Gruppen bis hin zu Wirtschaft und Politik – zu einer Auftaktveranstaltung für eine Initiative „Plastikarme Stadt“ einladen.

Die Jamaika-Partner beantragen zudem, dass die Verwaltung im Stadtrat quartalsweise über den Fortgang und die Ergebnisse der Plastikvermeidung berichtet.

Der Stadtrat tagt am Dienstag, 25. Juni, ab 17 Uhr in der Christiani-Schule.

Von Marc Rath