Freitag , 18. September 2020
Daniel Axt spielt den Straßenmusiker Dominik. Foto: be

Der charmante, aber manipulative Musiker

Lüneburg. Er lieh dem Hünen Hicks in „Drachenzähmen leicht gemacht“ seine Stimme, machte als Prinz in „Schneeweißchen und Rosenrot“ eine gute Figur und geriet im Polizeiruf 110 unter Mordverdacht. In Lüneburg wird Daniel Axt zum manipulierenden Musiker. Der 27-Jährige schlüpft für die „Roten Rosen“ in die Rolle des Dominik, dem es gelingt, mit seinem Charme Leonie um den Finger zu wickeln. „Er treibt aber ein falsches Spiel“, sagt der Schauspieler über seine Rolle, für die er aktuell wieder im Industriegebiet Hafen dreht.

Für Daniel Axt ist es die dritte Rosen-Etappe. Bereits im Oktober 2018 und im April 2019 stand er jeweils eine Woche lang in Lüneburg vor den Kameras, nun ist er für zwei Monate gekommen. Nach diversen Auftritten in Serien wie SOKO Leipzig und SOKO Köln, Verbotene Liebe und Notruf Hafenkante reize ihn die Rolle bei den Rosen, „weil ich hier als Straßenmusiker meine eigene Musik spielen kann. Ich habe alle Songs selbst geschrieben und getextet“. Neben der Schauspielerei, der Synchronisation und Radiowerbung ist die Musik ein weiteres Standbein des in Hannover-Langenhagen aufgewachsenen Künstlers. Vor fünf Jahren veröffentlichte er seine erste EP, damals sang er noch auf Englisch, inzwischen singt er auf Deutsch, „weil das mehr den Nerv der Zeit trifft“, wie er findet. Seinen Stil skizziert er so: „Singer/Songwriter im Bereich Popmusik, ein bisschen in Richtung Johannes Oerding, ein bisschen Wincent Weiß, aber eben nicht hundertprozentig. Mein absoluter Hero ist John Mayer.“ Selbstverständlich werde er auch beim Rote-Rosen-Fantag am 7. Juli live singen und Gitarre spielen.

Musik ist eher Leidenschaft

Doch noch ist die Musik eher Leidenschaft als Profession, seine Brötchen verdient er vor allem als Schauspieler. Und da hat er durchaus Vorbilder. Allen voran Mark Ruffalo, der in den Avengers Dr. Bruce Banner spielt. „Ein wahnsinnig wandelbarer Typ“, findet Axt, der nicht nur immer wieder selbst in Serien mitwirkt, sondern sie auch gerne schaut. „Ich bin ein absoluter Serienjunkie“, sagt er von sich. „Gerade schaue ich die 5. Staffel von ,Black Mirror‘, außerdem ,When they see us‘. Mein absoluter Favorit ist aber ,This is us‘ – die beste Serie der letzten Jahre.“

Er selbst stand mit 15 Jahren erstmals vor der Kamera – für das Format krimi.de beim Kinderkanal Kika. Auf den Geschmack gekommen sei er aber schon zwei Jahre zuvor, als er in den Ferien einen Schauspielkursus absolvierte. Die eigentliche Leidenschaft fürs Spielen habe er aber noch früher entwickelt. „Schon als kleiner Junge habe ich, wenn ich Fußball im Fernsehen gesehen habe, Szenen nachgespielt. Da bin ich dann eine Stunde auf den Bolzplatz gegangen und habe die Blutgrätsche geübt“, erzählt er mit einem Lächeln. Nach weiteren Rollen schon in der Schulzeit ging er nach seinem Abi 2011 für zwei Jahre an die Schauspielschule nach New York, eher er 2013 nach Deutschland zurückkehrte.

„Ich wohne in Hamburg und pendle von dort“

Seine Rolle bei den Rosen ergatterte er ganz klassisch über ein Casting, überzeugte die Verantwortlichen dabei quasi doppelt – als Schauspieler und Musiker. Von Lüneburg hat er aber noch nicht allzuviel zu sehen bekommen, gibt er zu. Ich wohne in Hamburg und pendle von dort. Da bleibt nach den Drehs nicht mehr viel Zeit. Aber das, was ich bei den ein, zwei Außendrehs bisher gesehen habe, war vielversprechend.“

Von Alexander Hempelmann